UNESCO

Welterbe
ist mehr…

... als der erste Blick vermuten lässt.

Um die Vielfalt und Facetten unserer einzigartigen Welterbestätten für Sie erfahrbar zu machen, begehen wir am 18. April 2026 den Österreichischen Welterbetag.

Am 18. April begehen die zwölf Österreichischen Welterbestätten jedes Jahr den „Österreichischen Welterbetag“. Als gemeinsamer Aktionstag soll er dazu beitragen, auf das UNESCO-Welterbe in Österreich aufmerksam zu machen und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es steter Bemühungen bedarf, diese einzigartigen Kultur- und Naturschätze vor Verfall oder Zerstörung zu bewahren. Die zwölf Österreichischen Welterbestätten möchten im Rahmen dieses Tages das Welterbe in Österreich erlebbar und erfahrbar machen. Spezielle Veranstaltungen und Aktionen -vor Ort und online – ermöglichen ungewohnte Blicke auf Altbekanntes, eröffnen neue Perspektiven oder vermitteln einen Eindruck von der Arbeit und den Bemühungen zum Schutz und Erhalt dieser einzigartigen Orte.

Seit 1983 wird der 18. April, auf Initiative des Internationalen Denkmalrates ICOMOS, von der UNESCO als „International Day of Monuments and Sites” bzw. “World Heritage Day”  begangen. In Anlehnung an diesen internationalen Tag hat die Österreichische Welterbestätten-Konferenz 2020 beschlossen, auch in Österreich einen solchen Aktionstag, den Welterbetag, zu etablieren.

Die UNESCO ist ein wichtiges Mitglied der – aus 15 Sonderorganisationen bestehenden – „UN-Familie“. Ihr Ziel: mit den Mitteln von Kultur, Bildung und Wissenschaft den Frieden zu erhalten, zu schaffen und zu sichern. Dazu bekennen sich insgesamt 193 Mitgliedstaaten und 11 assoziierte Mitglieder. Das Hauptquartier der UNESCO befindet sich in Paris.
Die UNESCO wurde – kurz nach den Vereinten Nationen – im November 1945 gegründet. Den Anlass und Hintergrund bildeten die Katastrophen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: zwei Weltkriege mit Millionen Toten, die Verfolgung und Vernichtung von ethnischen, religiösen und anderen Minderheiten, totalitäre Systeme, Massenvernichtungswaffen: Weil Hass und Vorurteile in den Köpfen entstehen, müssten sie auch dort verhindert werden.


Mit zahlreichen Programmen und Projekten versucht die UNESCO Antworten auf Probleme zu finden und diesen mit Wissen, Austausch und Zusammenarbeit zu begegnen. Die Einhaltung der Menschenrechte, die Gleichheit der Geschlechter, der nachhaltige Umgang mit der Natur sind dabei wesentliche Leitlinien.


In Österreich stellt die Österreichische UNESCO-Kommission die Präsenz der UNESCO sicher und fungiert als Kontakt- und Beratungsstelle für Angelegenheiten der UNESCO in Österreich.

1972 wurde von den Mitgliedstaaten der UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ (kurz „Welterbekonvention) ins Leben gerufen, um Kultur- und Naturstätten, die für die gesamte Welt von Bedeutung sind, zu schützen.

Damit ein Bauwerk, ein Ensemble von Gebäuden, ein Naturdenkmal oder eine Landschaft als Welterbe gelten, muss eine zentrale Bedingung erfüllt sein: Das Kultur- oder Naturgebilde muss „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzen. Das heißt: Es muss aus der Fülle vergleichbarer Objekte deutlich herausragen. Und: Sein Verfall oder die mutwillige Zerstörung wären ein unwiederbringlicher Verlust für die Menschheit. Externe Fachberater aus Kultur- und Naturschutzorganisationen prüfen die Anträge und empfehlen dem Welterbekomitee die Aufnahme oder Ablehnung. In dem Verfahren werden Gesichtspunkte wie kulturelle Diversität und Nachhaltigkeit besonders berücksichtigt.

Bisher haben 194 Staaten diesen völkerrechtlichen Vertrag unterzeichnet und sich dazu verpflichtet, jene Kultur- und Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert für kommende Generationen zu bewahren. Aktuell gibt es 1.157 Welterbestätten in 167 Staaten der Welt. Sie stellen unschätzbare Zeugnisse der Natur- und Menschheitsgeschichte dar.

Historic Centre of the City of Salzburg

Stadt Salzburg

Mehr über die Alten Buchenwälder
und Buchenurwälder

Alte Buchenwälder und
Buchenurwälder

Mehr über Schloss und
Gärten von Schönbrunn

Schloss und Gärten
von Schönbrunn

City of Graz – Historic Centre
and Schloss Eggenberg

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

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Schloss Eggenberg

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Mehr über Hallstatt/Dachstein-Salzkammergut

Hallstatt/Dachstein-
Salzkammergut

Mehr über die Wachau

Wachau

Mehr über Fertő/Neusiedler See

Fertő/Neusiedler See

Mehr über das Historische
Zentrum von Wien

Historisches
Zentrum von Wien

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Semmeringeisenbahn

Semmeringeisenbahn

Mehr über Prähistorische
Pfahlbauten um die Alpen

Prähistorische Pfahlbauten
um die Alpen

Mehr über die Great Spa
Towns of Europe

Great Spa Towns of Europe

Mehr über die Grenzen des
Römischen Reiches/Donaulimes

Grenzen des Römischen Reiches/Donaulimes

18. April 2025

Historisches Zentrum
der Stadt Salzburg

Abseits von Festspieltrubel und Mozartkugel erzählt das Welterbe Salzburg vom barocken Glanz der Fürsterzbischöfe, vom Stolz des Bürgertums und von der schlichten Strenge der Klöster.

Art der Stätte: Kulturstätte
Einschreibung: 1996
Kriterien: (ii), (vi), (iv)
Bundesland: Salzburg

Das Programm am Welterbetag 2026

Rundgang durch eine der ältesten Gaststätten von Salzburg

Art der Veranstaltung: Führung / Vortrag

Veranstaltende Institution: Stadtgemeinde Salzburg

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00-14:00 Uhr

Ort: Ritzerwirt (ehem. Zipfer-Bierstube), Universitätsplatz 19 / Sigmund-Haffner-Gasse 12, 5020 Salzburg

Der Ritzerwirt wurde im historischen Zipfer-Bierhaus neu eröffnet und ist eine der wenigen noch erhaltenen traditionellen Gaststätten der Salzburger Altstadt. Die restaurierte Innenausstattung im expressionistischen Zackenstil mit handgeschnitzten Möbeln lebt als bedeutendes Stück Welterbe weiter. Hier wohnten auch der letzte Hofkapellmeister Salzburgs und Mozarts Schwester Nannerl. Bei den Arbeiten wurden zudem bislang unbekannte Malereien mit Hopfen- und Malzmotiven entdeckt.

Zusätzliche Informationen

Keine Anmeldung erforderlich. Führungen und Vortrag zu jeder vollen Stunde. Musikalische Begleitung. Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt (vorwiegend indoor).

Denkmal AFTERWORK | Ein Kulturareal im Wandel

Art der Veranstaltung: Führung / Vernissage

Veranstaltende Institution: Salzburg Museum und Bundesdenkmalamt

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 17.04.2026, 14:00–17:00 Uhr

Ort: Salzburg Museum, Säulenhalle, Mozartplatz 1, 5020 Salzburg

Mitten im Herzen der Salzburger Altstadt wandelt sich die Neue Residenz zu einem neuen Kulturareal: Neben dem Haupthaus des Salzburg Museum entstehen unterirdische Ausstellungsräume für das Belvedere Salzburg, und der Innenhof wird zur städtischen Grünoase. Das Bauwerk, errichtet ab 1588 unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, wird dafür umfassend generalsaniert und erweitert. Am Vorabend des Welterbetages laden das Bundesdenkmalamt und das Salzburg Museum zum Denkmal AFTERWORK mit Snacks und Drinks ein. Feiern Sie mit uns 30 Jahre UNESCO-Welterbe Salzburg!

Zusätzliche Informationen

Keine Anmeldung erforderlich. Das Team des Salzburg Museums und das Team des Bundesdenkmalamtes stehen für Fragen zur Verfügung.

Denkmal EINBLICK | Führungen durch das „La Maison“

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Hotel La Maison und Bundesdenkmalamt

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00, 11:00, 13:00 und 14:30 Uhr

Ort: Steingasse 24, 5020 Salzburg

Anlässlich des Welterbetages öffnen sich die Türen eines außergewöhnlichen Hauses in der Salzburger Steingasse. Das schmale spätmittelalterliche Bürgerhaus war ursprünglich ein Lederer- oder Weißgerberhaus. Über weite Teile des 19. und 20. Jahrhunderts wurde das Haus als Bordell unter dem Namen „Maison de Plaisir“ genutzt. Nun soll aus dem Gebäude nach umfassender Restaurierung das Boutiquehotel „La Maison“ werden. Bei der aufwendigen Gesamtsanierung kamen zahlreiche historische Befunde ans Licht, die freigelegt und behutsam restauriert wurden, darunter wertvolle spätmittelalterliche Holzdecken, die dendrochronologisch auf 1471/1473 datiert werden konnten. Bei den Führungen am Welterbetag erfahren Sie mehr über die Baugeschichte des Hauses, seine wechselvolle Nutzung sowie über die Herausforderungen einer denkmalgerechten Restaurierung und Umnutzung.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Anmeldung erforderlich bis spätestens 15.04.2026.

Denkmal AUSBLICK | Barocke Blickachsen im Welterbe DomQuartier Salzburg

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: DomQuartier Salzburg und Bundesdenkmalamt

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 11:00 Uhr

Ort: DomQuartier, Residenzplatz 1, 5020 Salzburg (Treffpunkt: Innenhof der Residenz)

Anlässlich des Welterbetages lädt das DomQuartier Salzburg gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt zu einer besonderen Führung: Tauchen Sie ein in das Herz des Welterbes und entdecken Sie die barocken Blickachsen im und um das DomQuartier. Im Mittelpunkt der Führung stehen die barocken Blickachsen rund um die Salzburger Residenz – ein einzigartiges Zusammenspiel von Architektur, Stadtplanung und Machtinszenierung der Fürsterzbischöfe. Ausgehend vom Domplatz, wo sich die Entwicklung Salzburgs von der klösterlichen Keimzelle zum „Rom des Nordens“ besonders anschaulich nachvollziehen lässt, spazieren wir von außen nach innen durch die historischen Räume der Residenz. Im DomQuartier wird die enge Verbindung von Baukunst, Geschichte und immateriellem Kulturerbe sichtbar. Bei der Führung am Welterbetag erfahren Sie mehr über die städtebaulichen Zusammenhänge, die historische Entwicklung des Ensembles sowie über den heutigen Umgang mit diesem bedeutenden Denkmal.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Anmeldung erforderlich bis spätestens 15.04.2026

Mirabell Garten in Salzburg an einem Herbstmorgen in Österreich, UNESCO
Blick auf die Festung Hohensalzburg vom Mirabellgarten
Hauptstadt des Barock am Nordrand der Alpen

Die Stadt ist Schauplatz einer faszinierenden Bau-Geschichte: Sie beginnt mit einer keltischen Siedlung zwischen den Stadtbergen. Die Römer errichten darauf Iuvavum, eine bedeutende Bezirkshauptstadt der Provinz Noricum. Im Mittelalter – nachdem der Salzbergbau starken Aufschwung genommen hat – floriert auch die Stadt wieder.

 

Salzburg veränderte sich nur langsam und kleinräumig – bis Fürsterzbischof Wolf Dietrich um 1600 begann, die Stadt in eine Residenz zu verwandeln. Ganze Häuserzeilen mussten repräsentativen Plätzen und Neubauten weichen. Teile der Bürgerstadt blieben davon aber verschont – so wie später die barocke Bischofsstadt insgesamt von Modernisierung. Das Welterbe: ein unvergleichliches Stadtbild und harmonisches Zusammenspiel zwischen Architektur und umgebender Natur.

 

Nicht nur als seine Geburtsstadt ist Salzburg eng mit dem Namen Mozart verbunden. Im höfisch-aristokratische Milieu begann sich das Genie des jungen Wolfgang Amadeus zu entfalten. Und von hier aus verbreitete sich sein Ruhm in der ganzen Welt.

Die Macht des weißen Goldes

Salz: Ihm verdankt die Stadt nicht nur ihren Namen, sondern auch die Entstehung. Schon in frühgeschichtlicher Zeit wurde in der Gegend das „weiße Gold“ abgebaut. Der ideale Umschlagsplatz dafür lag genau dort, wo die Salzach in das offene Salzburger Becken eintritt.

 

Bereits seit dem frühen Mittelalter war Salzburg Bischofssitz und ein Zentrum der Christianisierung gewesen. Ab etwa 1350 übernahmen die Erzbischöfe auf ihrem Territorium auch die weltliche Macht. Als „Fürsterzbischöfe“ residierten sie im heutigen Dombezirk und zogen sich nur in Krisenzeiten auf die Burg über der Stadt zurück. In mehreren Phasen hatten sie Hohensalzburg zur Festung erweitern lassen. Die heutigen Ausmaße und ihre imposante Gestalt hat sie etwa um 1500 bekommen.

Die ganze Stadt ist Bühne

Der Reichtum und die Macht der Fürsterzbischöfe waren immens. Nach ihrem Willen entsteht im 17. und 18. Jahrhundert ein grandioses Ensemble aus profanen und sakralen Bauwerken. Der absolutistische Machtanspruch der Kirche und das Prinzip der ungeteilten Herrschaft werden als Gesamtkunstwerk inszeniert.

 

Dabei setzte man auf Komposition im großen Stil und – Importkunst aus Italien: Von dort kamen Stararchitekten wie Vincenzo Scamozzi und Santino Solari. Auch die Bildhauer und Maler beherrschten und benutzten das klassizistische Vokabular von Renaissance, Manierismus und Barock. Johann Bernhard Fischer von Erlach, der selbst in Rom gelernt hatte, entwarf hier Schlüsselbauten des Hochbarock: Vor der Kulisse der umgebenden Berge wird Salzburg zur prächtig ausgestatteten Bühne.

Salzburg historisches Zentrum mit grünen Blättern und Sonnenschein Österreich
Die Altstadt Salzburgs mit Blick auf die Festung
Mozartmetropole

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Jänner 1756 in Salzburg geboren. Das Verhältnis zu seiner Geburtsstadt blieb aber immer zwiespältig. Und Salzburg war auch nie das Zentrum seines Lebens. Mozart und Salzburg: Die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Namen des Komponisten – und ihre Vermarktung entwickelten sich erst posthum.

Etwa fünfzig Jahre nach seinem Tod gründeten Bürger einen Verein zur Pflege und Bewahrung seines Werks. Schon bald war von Feiern und Festspielen die Rede. Die Zeit dafür war aber erst reif, als der Dramatiker Hugo von Hofmannsthal und der Theatervisionär Max Reinhardt 1920 die Salzburger Festspiele gründeten und ihre Ideen mit der Verehrung Mozarts verbanden. Mit dem internationalen Erfolg der Festspiele bekam Salzburg auch als Mozartstadt Weltgeltung.

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten
und anderer Regionen Europas

Beinahe unberührt von menschlichem Einfluss verstecken sich Überreste der letzten Urwälder Europas – und geben einen wertvollen Einblick in die Evolutions- und Naturgeschichte.

Art der Stätte: Naturstätte
Einschreibung: erstmals 2007, Erweiterung 2011 und 2017 (mit Österreich)
Kriterien: (ix)
In 12 Staaten
Bundesländer: Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark

Das Programm am Welterbetag 2026

Geführte UNESCO-Welterbe-Tour zum Welterbetag

Art der Veranstaltung: Geführte Wanderung

Veranstaltende Institution: Nationalpark Kalkalpen

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00–14:00 Uhr

Ort: Nationalpark Besucherzentrum Ennstal, Eisenstraße 75, 4462 Reichraming

Frühlingserwachen in den natürlichen alten Buchenwäldern des Nationalpark Kalkalpen: Die Wanderung im Reichraminger Hintergebirge führt entlang des Buchensteiges zu zwei im Nationalpark vorkommenden Buchenwaldtypen mit ihrer typischen Tier- und Pflanzenwelt. Die reine Gehzeit beträgt ca. 2,5 Stunden.

Zusätzliche Informationen
Gratistour. Beschränkte Zahl der Teilnehmenden.

Anmeldung erforderlich: Telefon 07254/8414-0 oder

Ausrüstung: wetterfeste Kleidung, Wanderschuhe, Jause und Getränk, ggf. Wanderstöcke. Mindestalter für Kinder: 10 Jahre.

Geführte Exkursion für Familien im Weltnaturerbe Dürrenstein-Lassingtal

Art der Veranstaltung: Geführte Exkursion (familienfreundlich)

Veranstaltende Institution: Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 09:00–13:00 Uhr

Ort: Parkplatz im Steinbachtal bei den Rothschildteichen, 3345 Göstling/Ybbs

Auf dieser familienfreundlichen Entdeckertour taucht die Gruppe in die faszinierende Welt des Weltnaturerbes Dürrenstein-Lassingtal ein. Im Frühling erwachen die alten Buchenwälder zu neuem Leben: Knospen brechen auf, erste Insekten werden aktiv, Tierarten beleben ihre Reviere neu. Spielerische Elemente und Beobachtungsstopps machen die Exkursion besonders für Familien erlebbar. Im Fokus steht die enge Vernetzung des Ökosystems und die weltweite Bedeutung des Schutzes dieser einzigartigen Buchenwälder.

Zusätzliche Informationen

Gratistour. Maximal 20 Personen. Anmeldung erforderlich – Details auf der Website. Ausrüstung: wetterfeste Kleidung, Wanderschuhe, Jause und Getränk, ggf. Wanderstöcke.

Sonderführung zum Weltnaturerbe im Haus der Wildnis

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal / Haus der Wildnis

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 14:00–15:00 Uhr

Ort: Haus der Wildnis, Kirchenplatz 5, 3293 Lunz am See 

Was ist Wildnis, und warum ist der Urwald so einzigartig? Warum sind viele Bäume nicht automatisch ein Wald, und was steckt hinter der Auszeichnung Weltnaturerbe? Professionelle Guides nehmen Besucher*innen in der Ausstellung des Haus der Wildnis mit auf eine spannende Reise von der Eiszeit bis in die Gegenwart – mit wichtigen Zusammenhängen zu Biodiversität, Klimawandel, Naturschutz und UNESCO-Weltnaturerbe.

Zusätzliche Informationen

Eintritt in die Ausstellung: 9 Euro. Führung kostenlos. Anmeldung unter Telefon +43 (0)7486 21122 oder

Buchenurwald im Reichraminger Hintergebirge, Nationalpark Kalkalpen, Österreich, UNESCO Weltnaturerbe
Buchenurwald im Nationalpark Kalkalpen © Erich Mayrhofer

Relikte einer Natur ohne Menschen

Bevor die Menschen in Europa sesshaft wurden, waren vier Fünftel davon mit Wald – überwiegend mit Buchenwäldern – bedeckt. Danach schrumpften die Wälder in dem Maß wie die Bevölkerung zunahm und damit der Bedarf an Acker- und Weideflächen. Holz war Brennmaterial und blieb der wichtigste Rohstoff zum Bauen und für die Herstellung von Geräten – von der Steinzeit bis zum Industriezeitalter.


Heute bedeckt der Wald nur noch etwa ein Drittel der Fläche Europas. Der größte Teil davon sind Nutzwälder, die seit Jahrhunderten intensiv bewirtschaftet werden. Von den Buchenurwäldern sind nur mehr Reste übrig. Gemeinsam mit alten, naturnahen Beständen bilden diese „Enklaven“ ein Weltnaturerbe in zwölf Staaten.


In Österreich gehören dazu die alten Buchwälder im Nationalpark Kalkalpen und der Buchenurwald im Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal. Hier erforschen verschiedene wissenschaftliche Disziplinen die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten und die Zusammenhänge von Klima und Umwelt.

Rotbuche, die (lat.: Fagus sylvatica)

Die Baumart kommt nur in Europa vor und ist vom Atlantik bis Ostmitteleuropa (Bukowina heißt so viel wie „Buchenland“), von Südschweden bis zum Balkan und im Apennin stark verbreitet.

Die Erfolgsgeschichte beginnt in der mittleren Wärmezeit, etwa im fünften Jahrtausend vor unserer Zeit. Während der Eiszeit hatten sich alle Baumarten an den Südrand Europas zurückgezogen. Nach dem Rückgang der Gletscher kehrten sie in die Kaltsteppen zurück. Die Buche ist schon lange im Süden Schwedens heimisch und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie – Stichwort Klimawandel – sich noch weiter nordwärts ausbreitet.

In tieferen Lagen setzte sich die Buche nach und nach gegen alle Konkurrenten durch. Als Schattenbaum konnte sie stärker lichtabhängige Baumarten leicht verdrängen. Im Bergwald mischen sich Tannen darunter und auf höheren und kühleren Schatthängen steigt auch der Anteil an Fichten.

Im Herzen der Wildnis

Der Rothwald gehört zum Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal in den Niederösterreichischen Kalkalpen. In seinem Inneren hat sich ein etwa vier Quadratkilometer großes Stück Urwald erhalten. Dass es vom Kahlschlag verschont geblieben ist, grenzt an ein Wunder: Weil die Klöster Gaming und Admont jahrhundertelang über Besitz- und Nutzungsrechte im Streit lagen, blieb der Wald unberührt.



Nach Zeiten von Verstaatlichung und Privatbesitz erwarb der Bankier Albert Freiherr von Rothschild 1875 den Wald. Dem Philanthropen und Kunstmäzen war auch der Naturschutz ein großes Anliegen. Er ließ lediglich einen – komfortablen – Kutschenweg bis an den Rand anlegen. Nachdem das Waldstück auch noch das 20. Jahrhundert überdauert hat, genießt es nun den höchsten Status im international geregelten Naturschutz: Kategorie Ia.

Buchenmischwald mit Schluchtwaldcharakter
Nationalpark Kalkalpen © Franz Sieghartsleitner

Wild und artenreich

Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich beherbergt insgesamt sechs Buchenwaldgesellschaften. Es handelt sich dabei – wo nicht um Reste von Urwäldern – um naturnahe Bestände. Teile davon sind dabei, sich zur Waldwildnis zurück- oder – besser – weiterzuentwickeln.

Mit neuen wissenschaftlichen Methoden lässt sich das Alter der Bäume exakt bestimmen. Einzelne Buchen sind über 500 Jahre alt: das älteste Exemplar existierte bereits, als in Wien noch an der Stephanskirche gebaut wurde.

In den Buchenwäldern herrscht hohe Biodiversität. Der seltene Weißrückenspecht gilt als ein verlässlicher Indikator für eine intakte Umwelt und aktuell leben sechs Luchse in dem Gebiet.

Schloss und Gärten
von Schönbrunn

Wo einst die Habsburger residierten und der Hofstaat flanierte, lassen sich noch heute im Welterbe Schönbrunn Zeugen einer imperialen Vergangenheit entdecken.

Art der Stätte: Kulturstätte
Einschreibung: 1996
Kriterien: (i), (iv)
Bundesland: Wien

Das Programm am Welterbetag 2026

Sonderführung Welterbetag: Historisch-botanische Gartenführung

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 14:30–16:30 Uhr

Ort: Schlosspark Schönbrunn, Treffpunkt: Eingang Kronprinzengarten (Zugang über Meidlinger-Tor), 1120 Wien

Diese Führung bietet spannende Einblicke in die Geschichte der Habsburger und die gartenbaulichen Denkmäler im Schlosspark Schönbrunn. Der Weg führt vom Kronprinzgarten über den Garten am Keller, vorbei am Schönen Brunnen und der Römischen Ruine bis zum Neptunbrunnen. Weitere Höhepunkte sind das Broderieparterre mit Skulpturen, der Najadenbrunnen, das Rosenparterre und der japanische Steingarten. Den krönenden Abschluss bildet das Große Palmenhaus.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Kosten: 25 Euro pro Person. Anmeldung erforderlich:

Führung: Modernste Zootierhaltung in barockem Ambiente

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Tiergarten Schönbrunn

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 15:00 Uhr

Ort: Tiergarten Schönbrunn, Treffpunkt: Infocenter, Kasse Hietzing

Erleben Sie bei diesem informativen Rundgang die einzigartige Kombination aus imperialem Flair und modernster Tierhaltung im ältesten Zoo der Welt. Die Führung zeigt, wie im barocken Ambiente des Schlossparks Schönbrunn zeitgemäße und tiergerechte Haltungskonzepte verwirklicht werden – und wie sich der Tiergarten als Teil des UNESCO-Welterbes Schönbrunn kontinuierlich weiterentwickelt.

Zusätzliche Informationen

Die Führung ist kostenlos. Zu bezahlen ist nur der reguläre Tiergarten-Eintritt. Keine Anmeldung erforderlich.

Schlossführung Maria Theresia

Art der Veranstaltung: Führung (exklusiv, außerhalb der regulären Öffnungszeiten)

Veranstaltende Institution: Schönbrunn Group

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 18:00 Uhr (Dauer ca. 70 Minuten)

Ort: Schloss Schönbrunn, Treffpunkt: Haupteingang Schloss Schönbrunn, links im Hauptgebäude, 1130 Wien

Schloss und Gärten von Schönbrunn feiern 2026 ihr 30-jähriges UNESCO-Welterbe-Jubiläum. Zu diesem Anlass bietet die Schönbrunn Group exklusive Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten an. Vom Sommerappartement mit den berühmten Bergl-Zimmern über prunkvolle Repräsentationsräume bis zu den kostbaren Privatgemächern der Beletage erfahren Besucher*innen Spannendes über das bewegte Leben Kaiserin Maria Theresias und ihren prägenden Einfluss auf Schönbrunn.

Zusätzliche Informationen

Maximale Kapazität: 50 Personen (zwei Gruppen). 
Anmeldung erforderlich bis spätestens 13.04.2026

Die Gärten bei Nacht: Schönbrunn

Art der Veranstaltung: Führung (Abendführung, exklusiv)

Veranstaltende Institution: HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

Zeit: ACHTUNG: Mittwoch, 29.04.2026, 18:30–19:30 Uhr

Ort: Schlosspark Schönbrunn, Treffpunkt: Eingang Hitzinger-Tor, 1130 Wien

Wenn der Tag vergeht und Ruhe über dem Schlosspark einkehrt, zeigt sich Schönbrunn von einer stillen, beinahe geheimnisvollen Seite. Im sanften Abendlicht entfalten Alleen, Brunnen und Beete einen besonderen Zauber. Erfahrene Gärtner*innen öffnen ein Kapitel der Gartenkunstgeschichte, das sonst verborgen bleibt: Sie erzählen von kaiserlichen Visionen, historischer Gestaltung und der sorgfältigen Pflege dieses einzigartigen Ensembles.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Kosten: 25 Euro pro Person. Anmeldung erforderlich:

Schloss Schoenbrunn mit Brunnen im Vordergrund
Ehrenhof © Schloss Schoenbrunn
Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Alexander Eugen Koller
Imposantes Wahrzeichen einer prägenden Dynastie

Schönbrunn steht ikonisch für Habsburg. Die Kaiser, Könige und Erzherzöge aus der Dynastie verbrachten hier drei Jahrhunderte lang die Sommer mit dem gesamten Hofstaat. Schönbrunn, das war der glanzvolle Mittelpunkt des höfischen Lebens einer der mächtigsten Dynastien Europas.

 

Heute präsentiert sich Schönbrunn in der Form, die es am Ende der Donaumonarchie angenommen hatte. Von den ehemals dreihundertsieben Räumen des Residenzschlosses sind noch immer vierundachtzig im Originalzustand zu bestaunen.



Das Schloss und der Garten bilden ein untrennbares Ganzes. Die einzelnen Teile sind durch ein Netz von Wegen miteinander verbunden und mit Bauwerken, Brunnen und Statuen kunstvoll ausgestattet: Schloss, Orangerie, Gloriette, Menagerie – jedes für sich eine besondere Attraktion, gemeinsam ein großes Gesamtkunstwerk. 1996 wurde Schönbrunn als kunst- und kulturgeschichtlich einmaliges Ensemble zum Weltkulturerbe erklärt.

Bewegte Baugeschichte
Die Geschichte des Ortes reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Die Gegend, in der sich die Schlossanlage heute ausbreitet, war ursprünglich ein Jagdrevier, weit außerhalb der Stadt. Hier befand sich zuerst eine Mühle, dann ein Herrenhaus, später ein Lustschloss, das bei der osmanischen Belagerung Wiens schwer beschädigt wurde. 1693 gab Kaiser Leopold I. den Auftrag zum Bau eines Jagdschlosses.

Die Planung und Errichtung lagen in den Händen des Barockbaumeisters Johann Bernhard Fischer von Erlach. Einige Jahre nach dem Baubeginn kamen die Arbeiten allerdings ins Stocken, danach sogar gänzlich zum Erliegen. Der Um- und Ausbau zum Residenzschloss begann 1743 unter Maria Theresia. 1780 war die Umgestaltung von Schloss und Garten abgeschlossen.

Die Namen der Räume verraten viel von Erlesenheit, Exotik und Luxus: Gelber Salon, Porzellanzimmer, Spiegelsaal, Vieux-Laque-Zimmer, Chinesische Kabinette. Der barocke Garten diente – als „Verlängerung“ der repräsentativen Innenräume – der Darstellung von Macht. Mehrere Generationen haben bei der prunkvollen Ausstattung ihre Spuren hinterlassen.
Repräsentation und Geschmack
Das barocke Schloss ist der sichtbare Ausdruck der absoluten Macht eines Monarchen, dem sich alle Untertanen zu unterwerfen hatten. Die streng geometrischen Gartenanlagen mit ihren kunstvollen Pflanzenornamenten sprechen die gleiche Sprache und sagen: Nicht nur der Staat, auch die Natur unterliegt dem Willen des souveränen Herrschers.

Die Veränderungen, die Maria Theresia und ihr Gemahl Franz I. vornehmen ließen, sind vielsagend. Die Gestaltung von Schloss und Garten gehorcht nicht mehr ausschließlich dem Prinzip der Repräsentation. Der persönliche Geschmack tritt stärker in den Vordergrund und verrät – indirekt – ein neues Verständnis von Herrschaft. Maria Theresia war es auch, die den Garten 1778 sogar für die Bevölkerung geöffnet hat.
Berglzimmer im Schloss Schoenbrunn Österreich
Berglzimmer © Schloss Schoenbrunn
Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Severin Wurnig
Schauplatz der Geschichte
Das Schloss war nicht nur Wohnsitz, sondern auch Schauplatz der täglichen Regierungsgeschäfte, von offiziellen Empfängen, feierlichen Zeremonien und rauschenden Bällen. Hier waren die Mächtigen Europas zu Gast, hier wurde Weltgeschichte geschrieben.

Im Jahr 1809 unterzeichneten Napoleon und Franz I. den Frieden zwischen Frankreich und Österreich. Kaiser Franz Joseph I, hier geboren und verstorben, wohnte und amtierte in seinen letzten Lebensjahren überhaupt ganzjährig in Schönbrunn. Sein Nachfolger Karl I. verzichtete hier am 11. November 1918 auf jede Beteiligung an den Staatsgeschäften in Österreich und Ungarn.   Schönbrunn hat nicht nur den Glanz, sondern auch das Ende der Donaumonarchie gesehen.

Stadt Graz - Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg

Einst Residenz von Kaisern und Fürsten fasziniert das Welterbe Graz mit seinen zwei Zentren – Altstadt und Schloss – im Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Moderne.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 1999, Erweiterung um Schloss Eggenberg 2010
Kriterien: (ii), (iv)
Bundesland: Steiermark

Das Programm am Welterbetag 2026

Schulworkshops „Welterbe Graz entdecken“ für alle Schulstufen mit 6 unterschiedlichen Vermittlungstools

Veranstaltende Institution: Stadt Graz, Welterbe-Koordinationsstelle

Zeit: ACHTUNG 15., 16., 17. April 2026  von 8:00 – 14:00 Uhr

Treffpunkt: Franziskanerkloster Graz, Eingang Albrechtgasse, 8010 Graz und Grazer Altstadt

Es sprudelt vor Ideen und es wuselt im Grazer Welterbe. Schüler*innen werden in geführten interaktiven Touren durch die Altstadt geleitet, um Besonderheiten und Geheimnisse zu entdecken sowie kreative Lösungen für bekannte Orte zu finden. Zeichnen, raten, spielen sind Methoden, mit denen die Altstadt erkundet wird.

Außerdem wird der Kinder-Welterbe-Guide „TURMI“ in der 3. Auflage präsentiert und den Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Programm findet bei jedem Wetter statt und ist kostenfrei nach Anmeldung:

Hinweis: Das Programm findet bei jedem Wetter statt und ist kostenfrei!

Welterbe (er)leben und erhalten – Schloss Eggenberg am Österreichischen Welterbetag

Art der Veranstaltung: Führungen und interaktive Stationen

Veranstaltende Institution: Universalmuseum Joanneum, Schloss Eggenberg

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00–17:00 Uhr

Ort: Schloss Eggenberg, Prunkräume, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz

Sowohl die sichtbaren als auch die unscheinbarsten Fragmente eines historischen Gebäudes sind kostbare Wissensspeicher. Sie bewahren eine Vielzahl von unschätzbaren Informationen zu Handwerkstechniken, Kulturgeschichte, Nachhaltigkeit und Baugeschichte.

Entdecken Sie am Welterbetag 2026 die Geschichte(n) hinter den vielen Bestandteilen des Schlosses bei Führungen durch die Prunkräume oder bei einem Blick hinter die Kulissen. Erfahren Sie mehr über Stuck und Stein und die Besonderheiten des barocken Gesamtkunstwerkes!

Welterbe entdecken: Führung durch die Prunkräume um 10:00, 11:00, 12:00, 13:00, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr | Guided tours in English at 11:00, 12:00, 13:00, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr

Eggenberg Backstage: Kuratoren-Führung mit Paul Schuster, 14:00–15:30 Uhr und 16:00–17:30 Uhr

Über Stuck und Stein: Familienführung, 11:00–12:30 Uhr und 14:30–16:00 Uhr

1001 Pracht: Führung, 15:30–17:00 Uhr

Über Stuck und Stein. Bausteine der Erinnerung: Restauratoren-Station mit Valentin Delic, 14:00–17:00 Uhr

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei. Gratis-Zeitkarten für alle Führungen sind am selben Tag ab 09:30 Uhr für alle Vormittagsführungen und ab 12:30 Uhr für das Nachmittagsprogramm im Shop erhältlich.

Arkadenhof des Landhaus Graz, Österreich UNESCO
Renaissance-Arkadenhof des Grazer Landhauses

Die Stadt Graz und das Schloss Eggenberg bilden – eher ungewöhnlich – eine Welterbestätte mit zwei Kernzonen. Sie ergänzen und verstärken einander ideal.

Was Graz auszeichnet und von anderen Städten unterscheidet: die hochwertigen Beispiele aus der Architekturgeschichte – von der Romanik bis in die Gegenwart. Als Graz fürstliche Residenz war, erhöhte sich die Zahl repräsentativer Bauten, ihre Qualität erreichte spektakuläre Höhepunkte: Arkadenhöfe aus der Renaissance, barocke Stadtpalais und Kirchen, elegante Bürgerhäuser – durch Straßen und Plätze zu einem Ganzen verbunden.

Vor diesem bewegten Hintergrund kommt Schloss Eggenberg deutlich zur Geltung. Die Familie der Eggenberger – durch Handels- und Münzgeschäfte zu Reichtum gekommen – spielte als Politiker, Geldgeber und Diplomaten eine herausragende Rolle. Ende des 16. Jahrhunderts waren sie zum Hochadel aufgestiegen. Ihr Schloss ist Ansage und Aussage: Unmissverständlich verkündet es Anspruch auf Status und entwirft zugleich ein Bild kosmischer Ordnung.

Schloss Eggenberg in Österreich UNESCO
Schloss Eggenberg
Barockes Weltmodell

Ein steirisches Schloss wie ein spanischer Königspalast? Nicht gerade ein Zeichen von Bescheidenheit. Eigentlich nur konsequent, dass im zentralen Planetensaal die Mitglieder der Familie als Götterfiguren auftreten.

Nach außen wirkt der Bau verschlossen und abweisend. Im Inneren hingegen erschließen mehr als 500 Wand- und Deckengemälde die grenzenlosen Räume des Olymp. 365 Fenster, 31 Räume in jedem Stockwerk, 24 Prunkräume in der Beletage, vier Seiten und vier Türme: ein Schloss als kosmologisches Uhrwerk und Architektur gewordenes Universum.

Die Eggenberger sind früh ausgestorben. Ihre Erben interessierten sich nicht für das Schloss und sorgten lediglich für die Erhaltung: Die Schauräume sind bis heute nicht elektrifiziert. Wer möchte, kann hier Barock in Reinkultur erleben, sogar bei Kerzenlicht.

Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut

Vom Salz geprägt und durch die Jahrtausende geformt besticht die Kulturlandschaft des Salzkammergutes rund um Hallstatt mit einzigartiger Geschichte und wilder Naturschönheit.

Art der Stätte:Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 1997
Kriterien: (iii), (iv)
Bundesländer: Oberösterreich, Steiermark

Das Programm am Welterbetag
2026

Frühes Brot und erstes Salz – Hallstatt in der Jungsteinzeit Europas

Veranstaltende Institution: Welterbemanagement Welterbe Salzkammergut

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 13:30–17:00 Uhr

Ort: Kultur- und Kongresshaus Hallstatt, Seestraße 169, 4830 Hallstatt

Der Welterbetag gibt Bürger*innen die Möglichkeit, mit Expert*innen über die neuesten archäologischen Funde und geschichtlichen Erkenntnisse in der Region zu diskutieren. Die Veranstaltung ist offen für alle. Neben den Vorträgen wird der Friedrich-Simony-Preis für außergewöhnliche Leistungen für das Welterbe Salzkammergut vergeben. Der Preis ist die Anerkennung und Förderung herausragender Leistungen im Bereich des Schutzes, der Erhaltung, der Vermittlung und des Managements von UNESCO-Welterbestätten.

Zusätzliche Informationen

Keine Anmeldung erforderlich. Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Wanderung „Wege des Salzes“ – Geführte Wanderung zwischen Steeg und Goiserer Weissenbach

Art der Veranstaltung: Geführte Wanderung

Veranstaltende Institution: Welterbemanagement Welterbe Salzkammergut

Zeit: ACHTUNG: Sonntag, 19.04.2026, 09:00–17:00 Uhr

Ort: Treffpunkt: Steegwirt, Au 12, 4822 Bad Goisern am Hallsättersee

Auf dieser Wanderung anlässlich des Welterbetags 2026 wird interessantes Wissen über den historischen Salz- und Holztransport im Salzkammergut vermittelt. Die Kosten für Führung, Busfahrt und Jause an der Chorinsky-Klause übernimmt das Welterbemanagement. Programm: 09:00 Uhr Zusammenkunft beim Steegwirt | 10:20 Uhr Fahrt mit dem Postbus | 10:30 Uhr Wanderung in 2 Gruppen (Gruppe 1 direkt zur Chorinsky-Klause, Gruppe 2 über die Jochwand zur Chorinsky-Klause) | danach gemeinsame Wanderung nach Lauffen | ca. 17:00 Uhr Ende | Rückfahrt mit dem Postbus nach Steeg. Besichtigung der Seeklause und des Steegwirt nach Bad Goisern/Jodschwefelbad.

Zusätzliche Informationen

Anmeldung erforderlich bis Freitag, 17.04.2026. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt. Teilnahme ab 10 Jahren. Jegliche Haftung durch den Veranstalter ist ausgeschlossen. Mitzubringen: wetter- und wandertaugliche Bekleidung, entsprechendes Schuhwerk sowie ggf. Getränke.

Blick auf See im Salzkammergut
Gebirgspanorama um den Hallstättersee
Zähmung einer Landschaft im Zeichen des Salzes
In Hallstatt wird seit dreieinhalb Jahrtausenden Salz abgebaut – bis zum heutigen Tag. Die Funde aus der älteren Eisenzeit, etwa 800 bis 500 vor unserer Zeit, sind so prominent und zahlreich, dass sich die Wissenschaft als Bezeichnung dafür auf „Hallstattzeit“ geeinigt hat.

In historischer Zeit, ab dem Mittelalter, wurde der Bergbau am Salzberg wieder aufgenommen. Der Bodenschatz aus dem fürstlichen „Kammergut“ bildete für die Habsburger jahrhundertelang eine sichere Einnahmequelle.

Das Welterbe umfasst das innere Salzkammergut und das Massiv des Dachsteins. Das gesamte Gebiet ist etwa 300 Quadratkilometer groß. Die Welterbegemeinden Hallstatt, Obertraun und Gosau werden mit ihren Seen vom Dachsteinmassiv umschlossen. Das Hochgebirge weist besondere landschaftliche Schönheit und eine „an das Unbegrenzte reichende Mannigfaltigkeit“ (Friedrich Simony) auf. Es ist kein Zufall, dass hier Naturbeschreibung, Landschaftsmalerei, Geografie und Tourismus in Österreich einen ihrer Ursprünge haben.

Das Programm

  • Teil I: Denkmal-Sprechtag (nach Anmeldung)
    14:00 bis 16:00 Uhr

    Der Denkmalsprechtag I findet in Bad Goisern statt und gibt interessierten Bürger*innen die Möglichkeit mit dem Welterbemanagement, Vertreter*innen des Bundesdenkmalamtes und ICOMOS Austria über Themen, Projektideen (insbesondere Klimaanpassungsmaßnahmen) zu sprechen.

    Anmeldung notwendig: buero@welterbe-salzkammergut.at

    Ort wird nach Anmeldung bekanntgegeben.

  • Teil II: Öffentliche Podiumsdiskussion
    19:00 bis 21:00 Uhr

    Öffentliche Podiumsdiskussion, die in einem lockeren Rahmen Teilnehmenden die Möglichkeit geben soll, über Erhalt, Schutz und Vermittlung im Welterbe zu diskutieren. Vorgestellt wird auch das im Aufbau befindliche Kulturlandschaftsinventar, welches erstmals seit der Verleihung des Welterbe Titels die konstituierenden Elemente der Region aufnimmt.

    Bad Goisern, Handwerkhaus
    Schloss Neuwildenstein
    Rudolf-von-Alt Weg 6
    4822 Bad Goisern

Entdeckung einer Epoche
Schon im Mittelalter waren Bergleute bei ihrer Arbeit auf vorgeschichtliche Objekte gestoßen. Die eigentliche Zeit der großen Entdeckungen begann aber erst, als im Laufe des 19. Jahrhunderts ganze Gräberfelder freigelegt wurden. Neben menschlichen Skeletten kamen zahllose Grabbeigaben: Gefäße, Helme, Schmuck, Werkzeuge, Waffen ans Tageslicht.

Inzwischen haben Generationen von Archäolog*innen das Bild einer komplexen Lebens- und Gesellschaftsform gezeichnet. Der Hallstätter Salzberg war buchstäblich ein Wirtschaftsstandort: Neben dem Bergbau betrieben die Bergbewohner auch Viehzucht und verarbeiteten das Fleisch direkt vor Ort – hauptsächlich für den „Export“. Wie die Herstellung organisiert war und die Produkte über hunderte Kilometer vertrieben wurden, darüber kann auch die Wissenschaft nur Vermutungen anstellen.
Erfindung aus Not
In der Hallstattzeit und noch unter den Römern wurde „trocken“ abgebaut. Das Salz wurde – ursprünglich in Schächten, später in enormen Abbauhallen – rein aus dem Felsen gebrochen und ans Tageslicht befördert.

Im Mittelalter ging man dazu über, das Salz in künstlich angelegten Hohlräumen mit Unmengen von Wasser aus dem Gestein zu „laugen“. Die Sole wurde ins Tal geleitet und in Pfannen so lange erhitzt, bis nur mehr das reine Salz übrig blieb. Die Feuer gingen erst aus, als sämtliche Wälder in der Umgebung kahlgeschlagen waren. Statt das Brennmaterial herbeizuschaffen, entschloss man sich, die Sole talauswärts zu leiten und dort zu verarbeiten. Der Bau einer 40 km langen Leitung war allerdings keine Kleinigkeit und gilt – mit dem Mitteln des 17. Jahrhunderts – zu Recht als Meisterleistung.
Historische Stiege im Salzkammergut bei Ausgrabungen
Europas älteste Holzstiege (1344 v. Chr) im
Hallstätter Salzbergwerk © A. Rausch/NHM Wien
Eroberung der Landschaft
Auch in der Wissenschaft hat das Salzkammergut mit dem Dachstein hohen Stellenwert. Der enzyklopädisch gebildete Geologe, Alpinist, Höhlenforscher, Schriftsteller, Zeichner und Fotograf Friedrich Simony (1813–1896) begründete an der Universität Wien das Institut für Erdkunde. Er hat den Dachstein nicht nur erforscht, sondern ihn auch erstmals im Winter allein bestiegen.

Bevor Hallstatt zum Anziehungspunkt für Künstler, Sommerfrischler und Massentouristen wurde, mussten erst die Reize der „wilden“ Landschaft entdeckt, beschrieben, gemalt und sonst wie verbreitet werden. Je unwirtlicher die Städte wurden, desto stärker bekamen die Bewohner Sehnsucht nach unberührter Natur. Dafür waren Orte wie Hallstatt und das ganze Salzkammergut wie geschaffen.

Wachau

Wo die Donau an mächtigen Klöstern, romantischen Ruinen und mittelalterlichen Orten vorbeizieht, formen blühende Obstwiesen und Weinterrassen eine einzigartige Kulturlandschaft mit jahrhundertealter Geschichte.

Art der Stätte: Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2000
Kriterien: ii, iv
Bundesland: Niederösterreich

Das Programm am Welterbetag 2026

Sagen, Geschichten und Welterbe – Schifffahrt zum Welterbetag

Art der Veranstaltung: Schifffahrt

Veranstaltende Institution: Verein Welterbegemeinden Wachau

Zeit: Samstag, 18.04.2026 | Nähere Informationen folgen

Ort: MS Mariandl, Donau – Kulturlandschaft Wachau | Nähere Informationen folgen

Die Welterbegemeinden Wachau laden zu einer besonderen Donaufahrt an Bord der MS Mariandl ein und stellen das UNESCO-Welterbe Wachau vom Wasser aus vor. Märchenerzählerin Dena Seidl entführt in die Welt der Sagen und Geschichten aus der Wachau. Außerdem erfahren die Teilnehmenden Wissenswertes zu den UNESCO-Welterbestätten Kulturlandschaft Wachau und Donaulimes. Für das leibliche Wohl ist gesorgt: köstliche regionale Schmankerln und Wachauer Wein sind an Bord erhältlich.

Zusätzliche Informationen

Preis und Anmeldung: Nähere Informationen folgen.

Das versteckte Welterbe wird sichtbar

Art der Veranstaltung: Interaktive Präsentation mit Forschenden

Veranstaltende Institution: Kuratorium Pfahlbauten, Bundesdenkmalamt und Naturhistorisches Museum Wien

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 17.04.2026, 10:00–16:00 Uhr

Ort: Saal 11, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, 1010 Wien

Im Saal 11 des Naturhistorischen Museums Wien wird das versteckte Welterbe sichtbar gemacht. Gemeinsam mit dem Museum spannt das Kuratorium Pfahlbauten den Bogen von der Altsteinzeit bis zur Hallstattzeit. Im Fokus stehen die UNESCO-Welterbestätten Kulturlandschaft Wachau und Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Im Pfahlbau-Papiertheater können Besucher*innen selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen und mit allen Sinnen die Archäologie der Welterbestätten erkunden.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. Erwachsene zahlen den regulären Museumseintritt. Keine Anmeldung erforderlich.

Programmablauf

12:15 Uhr Treffpunkt Parkplatz Schloss Mautern

12:30 Uhr pünktliche Abfahrt mit dem Bus

Wachturm Rossatz-Windstallgraben
13:15–13:45 Uhr Ankunft und Besichtigung Windstallgraben

Burgus St. Lorenz
14:00–15:00 Uhr Ankunft und Besichtigung, St. Lorenz:

Kirche, Nase und Blick nach Weißenkirchen

Aufteilung in zwei Gruppen

Burgus Bacharnsdorf
15:15–17:15 Uhr Ankunft und Besichtigung des Burgus in

Bacharnsdorf mit Pause und Erfrischung beim Heurigen Pammer

Aufteilung in zwei Gruppen

Wachturm St. Johann im Mauerthale
17:30–18:30 Uhr Ankunft und Besichtigung in St. Johann im

Mauerthale: Kirche und Blick auf

Schwallenbach am Nordufer der Donau

Aufteilung in zwei Gruppen

18:30–19:00 Uhr Rückfahrt und Ankunft Schloss Mautern

Stift Melk in Österreich
Stift Melk
Malerische Verbundenheit von Landschaft und Kultur
Was diesen „Donauraum“ einzigartig macht: Natur und Geschichte verschmelzen hier zu einer harmonischen Kulturlandschaft. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich die Donau in das Urgestein der Böhmischen Masse eingeschnitten. Funde aus der Steinzeit bestätigen, dass der Naturraum schon sehr früh besiedelt war. In der Römerzeit verlief hier die Grenze des Imperiums.

Im Mittelalter verwandelte sich die Wachau zur Kulturlandschaft: An den Hängen ließen Klöster für den Weinbau Terrassen anlegen und mit Steinmauern befestigen. Entlang der Donau entstanden Siedlungen mit Höfen, Bürgerhäusern und Kirchen. In der Barockzeit konkurrierten die Stifte Melk und Göttweig – was Pracht und Größe anbelangt – sogar mit dem Kaiserhaus.

Ab etwa 1800 entdeckten Reisende schließlich die Schönheit der Wachau. Mit ihren Bildern und Beschreibungen erfanden Maler und Schriftsteller die „Donauromantik“. Auf die Künstler folgten dann die Sommerfrischler aus Wien und später Touristen aus aller Welt. Seit dem Jahr 2000 gehört die Kulturlandschaft zum Erbe der Menschheit.
Natur in Echtzeit
Als Naturlandschaft erzählt die Wachau, wie sie zu dem geworden ist, was sie ist. Man wird Zeuge einer – sich laufend ereignenden – Naturgeschichte. Die Donau hat die Landschaft geschaffen und verändert sie weiter. Und sie beherrscht den Raum so stark, dass man sie beinahe übersieht.

Die feuchten und kühleren Luftmassen aus den höher gelegenen Plateaus vermischen sich mit den wärmeren aus dem Tal. Das Mikroklima schafft – zusammen mit den Böden – die günstigen Voraussetzungen für den traditionell betriebenen Weinbau.

Neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es Auwälder und steil abfallende Hänge, die von Seitentälern („Gräben“) gegliedert werden. Hier hat sich eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt bis heute in ihrer Vielfalt erhalten.
Idyllischer Weingarten
Den Beginn machen die Grenzanlagen des Römischen Reiches. Um die Befestigungen entstehen erste zivile Siedlungen. Die Donau bekommt ihre Bedeutung als Wasserstraße, die sie bis heute behalten und noch vergrößert hat.

Eine Kulturpflanze prägt die Kulturgeschichte: Vitis vinifera (dt.: die Weinrebe), eingeführt von den Römern. Ab dem Frühmittelalter war die Wachau der Weingarten zahlreicher Klöster und Abteien im heutigen Bayern, Salzburg, Ober- und Niederösterreich. Die meisten der fünfzehn Welterbegemeinden verdanken ihren Ursprung dem Anbau und Handel mit Wein.

Als Wein- und Obstbauern gingen die Wachauer mit dem Boden sehr sorgsam um. Die Häuser drängen sich in der Mitte der Siedlungen und diese grenzen sich nach außen deutlich ab. Die Ortsbilder dominieren wiederum Klöster, Kirchen, Ruinen und Burgen. Mit der Donau als Band und vor der Landschaftskulisse entstehen so die – für die Wachau typischen – „malerischen“ Ansichten.
Aggstein an der Donau im Sonnenuntergang in Österreich
Burgruine Aggstein mit Blick auf die Donau
Schonender Umgang
Die Wachau ist Beispiel und Beweis, dass sich ästhetischer Genuss und praktische Nutzung nicht ausschließen, sondern – im Gegenteil – begünstigen und verstärken: Die traditionelle Vorstellung des „Malerischen“ entstand ja gerade dort, wo sich Natur und Kultur durchdringen.

Sehr früh hat man hier aber erkannt, dass Nutzung auch einen Preis hat: Bürgerproteste verhinderten in den 1970er Jahren den Bau eines geplanten Donaukraftwerkes – noch bevor Natur- und Umweltschutz zu allgemeinen Anliegen wurden. Heute verbindet man die komplexen Anforderungen von Schifffahrt, Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus schonend mit den Werten einer einzigartigen Kulturlandschaft.

Fertő/Neusiedler See

WORLD HERITAGE PATRIMOINE MONDIAL WELTERBE

Seit Jahrtausenden Schnittpunkt von Kulturen bildet die weitläufige Landschaft um Europas westlichster Steppensee das Herz eines grenzüberschreitenden Welterbes, in dem Menschheits- und Naturgeschichte miteinander verschmelzen.

Art der Stätte:Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2001
Kriterium: (v)
2 Staaten: Österreich und Ungarn

Das Programm am Welterbetag 2026

Themenwanderungen zum Welterbetag und "Forum Bertoni"

Art der Veranstaltung: Geführte Wanderungen/Netzwerktreffen

Veranstaltende Institutionen: Verein Welterbe Neusiedler See, Freilichtmuseum Wander Bertoni und Verein Initiative Welterbe

Zeit: Samstag, 18.04.2026, ab 16:00 Uhr

Ort: Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden am See
Gritsch Mühle 1, 7092 Winden am See

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Welterbestätte Fertő/Neusiedler See wird gemeinsam mit dem Freilichtmuseum Wander Bertoni und dem Verein Initiative Welterbe ein vielfältiges Programm geboten. Treffpunkt ist das Freilichtmuseum in der Welterbegemeinde Winden am See. Von dort starten fünf geführte Themenwanderungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die die Welterberegion aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Nach der Rückkehr der Teilnehmenden ins Freilichtmuseum wird um 16:00 Uhr das „Forum Bertoni“ im Innenhof eröffnet – ein Netzwerktreffen, bei dem bei einem Glas Wein und regionalen Schmankerln Vereine und Institutionen, die sich für und in der Neusiedler-See-Region engagieren, zusammenkommen.

Zusätzliche Informationen:
Teilnahme kostenlos. Anmeldung erforderlich (startet in Kürze):

Burgenland in der Kirschblüte in Österreich
Kirschblüte am Neusiedlersee © Martin Horvath Photographe www.manfredhorvath.at
Vielfalt von Natur und Kultur am Steppensee
Der Neusiedler See ist der westlichste Steppensee Eurasiens – eingebettet zwischen den östlichen Ausläufern der Alpen und dem westlichen Rand der Pannonischen Tiefebene. Mit dem Schilfgürtel und den umgebenden Uferlandschaften bildet der See eine natürliche Einheit und beeinflusst nachhaltig Klima, Fauna und Flora.

Es ist kein Zufall, dass der Neusiedler See / Fertő zu den – nicht gerade häufigen – grenzüberschreitenden Welterbestätten zählt: Bis zum Ende der habsburgischen Doppelmonarchie gehörte das Burgenland zur ungarischen Reichshälfte. Auch sprachlich, kulturell und wirtschaftlich bildet die Region bis heute eine Einheit aus Vielfalt.

Der Neusiedler See und der Seewinkel sind Naturschutzgebiet: Nicht weniger als 320 verschiedene Vogelarten sind hier heimisch. Zum Welterbe zählt der Neusiedler See / Fertő aber als eine – vom Menschen und der Natur gleichermaßen geformte – Kulturlandschaft. Hier verliefen vorgeschichtliche Handelswege (Bernsteinstraße) vor der Ankunft der Römer (Provinz Pannonia), lebten hier Kelten und Illyrer von Viehzucht und Ackerbau.
Steppensee in Mitteleuropa
Die Wasseroberfläche des Neusiedler Sees macht beinahe die Hälfte des gesamten Welterbegebietes aus. Von Nord nach Süd erstreckt er sich über eine Länge von sechsunddreißig Kilometern. Die Entfernung zwischen den Ufern beträgt an der breitesten Stelle vierzehn Kilometer und an der schmalsten drei.

Wie alle Steppenseen ist der Neusiedler See sehr seicht. Der Wasserstand hängt nicht von Zuflüssen ab, sondern von den Niederschlägen. Die dichte Schlammdecke am Boden bewirkt, dass das Wasser nicht versickert (der See ist im Lauf der Geschichte mehrfach – zuletzt zwischen 1865 bis 1871 – ausgetrocknet). Diese Besonderheiten machen den See für Umwelteinflüsse extrem empfindlich.
Enger Raum, hohe Vielfalt
Der Raum ist wirtschaftlich begünstigt: Die Böden sind fruchtbar und gut zu bearbeiten. Im Herbst sorgt der See als Wärmespeicher für überdurchschnittlich hohe Temperaturen: Die Weintrauben erreichen ein Maximum an Süße und werden zu Prädikatsweinen verarbeitet.

Die Landschaft wird – mit Wiesen, Äckern, Wein- und Obstgärten – kleinteilig und auf traditionelle Weise genutzt. Siedlungen grenzen sich darin deutlich ab, was die Vielfalt und den Reiz der Landschaft nur noch erhöh. Für das Ortsbild charakteristisch sind die Streckhöfe: Die Wohnhäuser stehen mit der Giebelseite zur Dorfstraße, die Wirtschaftsgebäude im rechten Winkel dazu. Die Nachbarhäuser begrenzen die schmalen Höfe.   Mit dem See und dem Schilfgürtel, den Hügeln und der Ebene ist der Raum Neusiedler See schon „von Natur aus“ vielfältig. Die geologischen, klimatischen und naturräumlichen Verhältnisse bedingen hohe Biodiversität.
Ort Rust am Neusiedlersee in Burgenland Österreich
Blick auf Rust am Neusiedlersee im Burgenland
Kulturraum im Gleichgewicht
Der Vielfalt in der Natur entspricht eine vielfältig geprägte Kultur. Der ungarische Landadel, allen voran die Familie Esterházy, bestimmte über Jahrhunderte die Geschichte des Raumes. Mehrsprachigkeit ist hier nach wie vor und wieder ein auffallendes Merkmal.

Die Freistadt Rust ist nicht nur wegen ihrer Bürgerhäuser und Weinhöfe architektonisch bedeutsam, sondern auch historisch: 1649 kauften sich die selbstbewussten Bürger aus der Untertänigkeit von den Habsburgern frei – mit Geld und großen Mengen ihres besten Weins.

Als Naherholungsgebiet und Feriendestination ist und bleibt der Neusiedler See hochattraktiv. Allerdings: Gerade die hohe Anziehungskraft bedroht – potenziell – die natürlichen und kulturellen Ressourcen und verlangt daher besonders sorgsamen Umgang.

Historisches Zentrum
von Wien

Ob verstecktes Bürgerhaus oder prachtvolles Palais, ob Boulevard oder versteckte Gasse – Wiens wechselvolles Stadtbild erzählt von zweitausend Jahren Geschichte als europäische Metropole.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 2021
Kriterien: (ii), (iv), (vi)
Bundesland: Wien

Das Programm am Welterbetag 2026

Nachts im Belvedere: Ein kaiserliches Erlebnis

Art der Veranstaltung: Führung (Abendführung, exklusiv)

Veranstaltende Institution: HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

Zeit: ACHTUNG: Donnerstag, 02.04.2026, 18:00–20:00 Uhr

Ort: Belvederegarten, Treffpunkt: Eingang Rennweg 6a, 1030 Wien

Wenn die Tore des Belvederegartens bei Einbruch der Dunkelheit schließen, öffnet sich für eine kleine Gruppe ein exklusiver Blick auf das historische Ensemble. Fachkundige Gärtner*innen führen durch die kunstvoll gestaltete Anlage und erzählen von den Ideen hinter ihrer Gestaltung, den Veränderungen über die Jahrhunderte und der täglichen Pflege dieses Kulturerbes – ein Erlebnis, das einst nur den Familienmitgliedern des Kaiserhauses vorbehalten war.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Kosten: 25 Euro pro Person.

Anmeldung erforderlich:

Belvedere exklusiv: Kaiserliche Gewächshäuser ACHTUNG: AUSGEBUCHT

Art der Veranstaltung: Führung (exklusiv, nicht öffentlich zugänglicher Bereich)

Veranstaltende Institution: HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten

Zeit: ACHTUNG: Samstag, 11.04.2026, 11:00–13:00 Uhr

Ort: Belvederegarten, Treffpunkt: Eingang Prinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien 

Bei dieser exklusiven Führung durch die sonst nicht öffentlich zugänglichen Glashäuser des Belvederegartens erwartet Besucher*innen eine botanische Zeitreise: Erfahren Sie, wie Pflanzen aus Australien und Südafrika noch zu Kaiserzeiten ihren Weg nach Wien fanden und bis heute von den Gärtner*innen der Österreichischen Bundesgärten kultiviert werden. Die Führung verbindet botanisches Wissen mit einer Reise durch die Zeit und über Kontinente hinweg.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Kosten: 15 Euro pro Person.
Anmeldung erforderlich:

Denkmal EINBLICK | Dombauhütte St. Stephan

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Dombauhütte St. Stephan und Bundesdenkmalamt

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 17.04.2026, 10:00 Uhr

Ort: Stephansdom, Stephansplatz, 1010 Wien (Treffpunkt: rechts neben dem Riesentor/Haupteingang)

Führung durch die Dombauhütte und die Schauwerkstatt im Dach des Stephansdoms. Die Dombauhütte zu St. Stephan ist seit dem 12. Jahrhundert für die Errichtung und Erhaltung der Wiener Stephanskirche verantwortlich. Somit gibt sie seit dem Mittelalter in nahezu ununterbrochener Tradition Handwerkstechniken und Wissen um Steinbearbeitung, um die Instandhaltung und Restaurierung historischer Bauwerke, wie auch soziale Praktiken und Rituale von Generation zu Generation weiter. 2018 wurde das Dombauhüttenwesen in Österreich (St. Stephan und Mariendom Linz) in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Zusätzliche Informationen

Begrenzte Zahl der Teilnehmenden. Anmeldung erforderlich bis spätestens 15.04.2026 (Anmeldung nur pro Person möglich):

Hinweis: Die Dombauhütte ist barrierefrei zugänglich, die Schauwerkstatt im Dach leider nicht.

Führung: Unter der Hofburg Wien – Ein historischer Rundgang durch den Gipskeller

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Burghauptmannschaft Österreich

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00 Uhr und 11:00 Uhr

Ort: Innerer Burghof, 1010 Wien

Der Gipskeller beherbergt rund 2.000 originale Gipsmodelle aus der Zeit des Wiener Ringstraßenbaus. Diese detailreichen Modelle dienten als Vorlagen für Denkmäler, Fassaden und Skulpturen berühmter Bauwerke. Sie stammen aus dem Fin de Siècle und wurden in aufwendiger Handarbeit in Künstlerwerkstätten gefertigt. Besucher*innen erfahren, wie die Gipsfiguren Schritt für Schritt hergestellt wurden und wie aus diesen Modellen prächtige Denkmäler entstanden. Zudem wird die enge Verbindung dieser Werke zur Baugeschichte der Hofburg Wien beleuchtet.

Zusätzliche Informationen

Pro Führung stehen 20 Plätze zur Verfügung, Vergabe nach Reihenfolge der Anmeldungen. Bitte 10 Minuten vor Führungsbeginn vor Ort sein.
Anmeldung und Rückfragen unter: +43 (0)1 53649 814500 oder

Führungen: Das Dachwerk der Hofburg im Welterbe Historisches Zentrum Wien

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Burghauptmannschaft Österreich und Bundesministerium Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 13:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:00 Uhr

Ort: Innerer Burghof, 1010 Wien

Im historischen Dachwerk der Hofburg Wien eröffnet sich Besucher*innen eine faszinierende Perspektive auf mehrere Jahrhunderte Baugeschichte. Drei Führungen laden dazu ein, jeweils eine Epoche kennenzulernen: „Das mittelalterliche Dachwerk“ (13:00 Uhr) fokussiert auf die Dachkonstruktion der Hofburgkapelle – eine der ältesten erhaltenen ihrer Art. „Das barocke Dachwerk“ (14:00 Uhr) widmet sich dem Dachwerk des Prunksaals und der architektonischen Erweiterung dieser Epoche. „Das gründerzeitliche Dachwerk“ (15:00 Uhr) zeigt am Dachstuhl der Michaelerkuppel, wie Tradition und Fortschritt aufeinandertreffen.

Zusätzliche Informationen

Pro Führung stehen 20 Plätze zur Verfügung, Vergabe nach Reihenfolge der Anmeldungen. Bitte 10 Minuten vor Führungsbeginn vor Ort sein.


Anmeldung und Rückfragen mit Angabe der gewünschten Führung unter: +43 (0)1 53649 814500 oder

Denkmal EINBLICK | Triumphsäule die zweite und des Kaisers neues Oratorium

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Wiener Karlskirche und Bundesdenkmalamt

Zeit: Samstag, 18.04.2026 | Nähere Informationen folgen

Ort: Karlskirche, Wien | Nähere Informationen folgen

An der östlichen Triumphsäule der Karlskirche wuchs mit Beginn des Jahres ein Gerüst in die Höhe – das größte barocke Säulenrelief wird derzeit, wie sein westliches Pendant zuvor, auf die Dauer eines Jahres restauriert. Im Inneren der Kirche wurde jüngst die Restaurierung des Kaiseroratoriums abgeschlossen – der kleine, prachtvoll ausgestattete Raum wurde ursprünglich zur persönlichen Andacht für den Kaiser geschaffen. Restauratorin Manuela Fritz führt durch die beiden aktuellen Projekte der Denkmalpflege an der Karlskirche.

Otto Wagners Postsparkasse –ikonisches Gesamtkunstwerk zwischen Gründerzeit und Moderne

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Österreichische UNESCO-Kommission und BIG

Zeit: Samstag, 18. April 2026, 10:30 Uhr und 12:30 Uhr

Die Postsparkasse des Architekten Otto Wagner zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Jugendstils und markiert den architektonischen Übergang zur Moderne. Als bedeutendes Bauwerk der Ringstraße ist sie auch integraler Bestandteil der Stadtlandschaft der Welterbestätte „Historisches Zentrum von Wien“. Behutsam saniert fungiert es nun als „Haus für Kunst und Wissenschaft“ als Standort für eine Bandbreite an Institutionen; seit 2025 findet sich hier auch der Sitz der Österreichischen UNESCO-Kommission.
Die Führung, eine Kooperation zwischen Österreichischer UNESCO-Kommission und BIG (Bundesimmobiliengesellschaft), erkundet dieses architektonische Juwel.

Teilnahme kostenlos.
ACHTUNG: Begrenzte Teilnehr*innenzahl.
Anmeldung (bis 11. April) erforderlich:

Wien Innenstadt Blick von Oben
Blick auf die historische Stadtlandschaft Wiens
Monumente einer europäischen Hauptstadt

Auf weniger als vier Quadratkilometern drängen sich gotische Kirchen und Klöster, barocke Adelspaläste, moderne Geschäfts- und Bürohäuser, Straßen, Gassen und Gärten – ein einzigartiges Gesamtkunstwerk und „Schauplatz“ von Kunst, Kultur und großer Politik.


Am Stadtbild lassen sich die mächtigen historischen Entwicklungsschübe ablesen. Sie führen vom römischen Legionslager Vindobona und der mittelalterlichen Handelsstadt über die barocke Residenz der Habsburger zu einer der prächtigsten Städte des 19. Jahrhunderts.


In der Metropole Wien ballte und bündelte sich politische und wirtschaftliche Macht. Hier entfaltete sich ein reiches künstlerisches und geistiges Leben. Nirgends ist die kulturelle Anziehung und Ausstrahlung Wiens so deutlich zu bemerken wie in der Musik.

Das historische Zentrum Wiens wurde im Jahr 2001 in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Ausschlaggebend waren Geschichte, Städtebau und Architektur, die zahlreichen Denkmäler der Kunst- und Kulturgeschichte und die überragende Bedeutung der Musik in Geschichte und Gegenwart.

Räume und Linien

In Wien treffen Großlandschaften Europas aufeinander: die Alpen, die pannonische Tiefebene und der Donauraum – zum Nutzen für Handel und Verkehr. Dazu kommt: Der Wiener Raum ist reich an Wasser, fruchtbaren Böden und Baumaterial wie Ton, Kalk, Sand und Holz.



Am Stadtplan Wiens zeichnen sich bis heute die großen historischen Linien ab: Der „Graben“ markiert die Südseite des römischen Heerlagers Vindobona. Die eng verwinkelten Gassen um den Stephansdom gehen auf die mittelalterliche Handelsstadt zurück. Die Linien kreuzen und überschneiden sich, ohne sich zu verwischen.



Im Mittelalter beginnt auch der Aufschwung. Die Babenberger machen die Stadt zu ihrer Residenz, sie stiften Klöster und errichten eine Stadtmauer. 1365 gründet der Habsburger Rudolf IV. die Universität Wien, heute die größte im deutschsprachigen Raum.

Macht und Pracht
In der Barockzeit verwandelt sich die Stadt in eine Haupt-Stadt – mit Adelspalästen, Kirchen und Klöstern. Visionäre Planungen beziehen selbst Bauten ein, die – wie die Karlskirche oder das Schloss Belvedere – damals weit außerhalb des Zentrums liegen. Architektur, Kunst, Musik und Theater erleben eine ungeahnte Blüte. Die „Gründerzeit“ zwischen 1870 bis 1914 bringt eine weitere – die bisher größte – Metamorphose: Die Donau wird reguliert, die Vorstädte eingemeindet und die alten Stadtmauern abgerissen. An deren Stelle entsteht ein Prachtboulevard mit Gärten, Monumentalbauten und großbürgerlichen Palais: die Ringstraße – ein einziges, riesiges Monument im Geschmack seiner Zeit. Um 1900 ist Wien fünftgrößte Stadt der Welt und – ein „Inkubationsort“ der Moderne.
Schloss Belvedere und Park
Das barocke Schloss Belvedere
Dichtes Programm
„Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt“, so Joseph Haydn zu Wolfgang Amadeus Mozart. Mozart selbst war – wie Beethoven – zum Studium der Musik nach Wien gekommen.

Wien und Musik – das ist mehr als ein Mythos: Die Habsburger waren bekannt für ihre Liebe zur Musik. Als Förderer und Auftraggeber wetteiferten Hof und Adel um Virtuosen und Komponisten. Ab dem Biedermeier durchdrang die Musik das Wiener Bürgertum – von der Hausmusik bis zum Wiener Musikverein. Größen wie Schubert, Brahms, Mahler und Schönberg konnten in diesem Milieu ihr Genie entfalten. Die „Wiener Klassik“ wurde zum Inbegriff der Kunstmusik.   Heute sind zeitgenössische und experimentelle Musik in Wien genauso zu Hause wie Jazz und Alte Musik. Das Angebot an Konzerten und Aufführungen aller Genres ist eines der hochwertigsten und dichtesten der Welt.

Semmeringeisenbahn

Als Meisterwerk der Technik vergangener Tage, zieht sie nach wie vor Passagiere und Gäste in ihren Bann, während sie sich ihren Weg durch die alpine Landschaft bahnt.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 1998
Kriterien: (ii), (iv)
Bundesländer: Niederösterreich, Steiermark

Das Programm am Welterbetag 2026

HOP ON - HOP OFF im Welterbe Semmeringeisenbahn

Art der Veranstaltung: Exkursion / Busrundfahrt

Veranstaltende Institution: Verein Freunde der Semmeringbahn

Zeit: ACHTUNG: Samstag, 02.05.2026, 09:00–17:00 Uhr

Ort: Entlang der Semmeringbahn von Mürzzuschlag bis Gloggnitz und zurück

Die Welterbestätte Semmeringeisenbahn bietet an diesem besonderen Tag eine Rundfahrt mit Reisebussen entlang der Strecke von Mürzzuschlag bis Gloggnitz. An insgesamt 9 Stationen kann das Welterbe hautnah erlebt werden. Ein- und Aussteigen ist bei jeder Haltestelle möglich – die Gäste werden wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht.

Zusätzliche Informationen

Preis: 15 Euro pro Person. Anmeldung bis 27.04.2026 erforderlich.

Südbahnmuseum Mürzzuschlag, Heizhausgasse 2, 8680 Mürzzuschlag, Tel. +43 (0)3852 2556-641 oder

Tourismusbüro Semmering, Hochstraße 1, 2680 Semmering, Tel. +43 (0)2664 20025 oder

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Details zum Programm:

Zu- und Aussteigen ist bei jeder Haltestelle möglich. Um die Anzahl der Personen in den Bussen koordinieren zu können, bitten wir um Anmeldung bis 28. April 2025

Preis: € 15,- pro Person

Anmeldung und Infos:

Südbahnmuseum Mürzzuschlag

Heizhausgasse 2, 8680 Mürzzuschlag

+43 (0) 3852 / 2556-641

info@suedbahnmuseum.at

www.suedbahnmuseum.at

Tourismusbüro Semmering

Hochstraße 1, 2680 Semmering

+ 43 (0) 2664 / 20025

tourismus@semmering.gv.at

www.semmering.at

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Semmering Blick auf Semmeringbahn und Gebirge in Österreich
20 Schilling Blick © Michael Liebert
Überwindung der Alpen mit Eisen und Dampf

Von den Zeitgenossen wurde der Bau der Semmeringbahn als ein gewaltiger Triumph über die Natur gefeiert, eine Leistung von übermenschlicher Dimension, vergleichbar höchstens mit den Taten antiker Helden.

Die Planung und Ausführung des Vorhabens dürfen auch nach heutigen Maßstäben als Meisterleistung gelten: In weniger als fünf Jahren Bauzeit war es gelungen, dem Güterverkehr in schwierigstem Gelände buchstäblich einen Weg durch die Natur zu bahnen. In die Lösung aller technischen Probleme war von Anfang an auch die Gestaltung der Landschaft einbezogen. Wie sich hier Technik und Ästhetik – das Nützliche und das Schöne – begegnen, machte die Semmeringbahn zum Vorbild für Projekte in der ganzen Welt.

Die Bahn machte den Semmering schließlich auch zu einem kulturellen Arkadien – mondän oder eher rustikal, fern vom Alltag, aber aus Wien mit der Bahn bequem erreichbar. Hier wurde geschrieben, komponiert, musiziert und gespielt oder einfach nur gelebt und geliebt: Fin-de-siècle in der Natur.

Wien – Triest

Triest war der bedeutendste Handelshafen Österreichs und einer der wichtigsten im ganzen Mittelmeerraum. Eine Verbindung Wien–Triest hatte beim Aufbau des Eisenbahnnetzes höchste Priorität.

In den 1840er Jahren war die Strecke bis Laibach (Ljubljana) durchgehend ausgebaut – bis auf das kurze Stück über den Semmering: Hier mussten die Güter auf beiden Seiten umgeladen und weiterhin mit Fuhrwerken transportiert werden. Eine Lösung schien – wenn überhaupt möglich – sehr weit entfernt.

Carl von Ghega (Venedig 1802, Wien 1860), seit 1842 Gesamtplanungsleiter der südlichen Staatseisenbahn, präsentierte 1844 nach einer fünfmonatigen Studienreise in Amerika einen sensationellen Vorschlag. Die Öffentlichkeit und die Fachwelt reagierten zuerst skeptisch, danach begeistert.

Einmal Alpen und zurück

Die Orte Gloggnitz und Mürzzuschlag sind nur 21 Kilometer voneinander entfernt. Aber: Dazwischen liegen Berge und Täler und bis zum Semmeringpass beträgt der Höhenunterschied insgesamt etwa 450 Meter.

Das Projekt hatte viel von einem riskanten Realexperiment: Es gab keine Vorbilder; die Vermessung verlangte neue Instrumente und Techniken; eine Lokomotive, die das starke Gefälle überwinden und die engen Kurvenradien bewältigen würde, war noch gar nicht gebaut.

Der Bau war eine extreme Herausforderung: technisch, logistisch, wirtschaftlich. Es ging um nicht weniger als die Überquerung der Alpen. Ghega löste die Aufgabe mit einer Streckenlänge von 41 Kilometern – entlang steiler Berghänge mit 14 Tunneln, 16 Viadukten und über 100 Brücken und Durchlässen.

Panorama eines Eisenbahnabschnittes der Semmeringbahn, Semmering in Österreich
Eisenbahn-Viadukt - Semmering Bahn "Kalte Rinne"
Natur als Kulisse

Die Semmeringbahn galt von Beginn an als eine Art Kunstwerk. Ganz bewusst hatte ihr Erbauer die Viadukte im Stil römischer Aquädukte mauern lassen. 1854 publizierte er höchstpersönlich einen Malerischen Atlas der Eisenbahn über den Semmering.

Den Reisenden verschaffte die Bahn eine völlig neue Erfahrung von Landschaft – die Fahrt wurde zum ästhetischen Erlebnis. Beim Blick aus dem Zugfenster entrollt sich ein Panorama wie auf einer Bühne. Dass es immer wieder von schwarzen Tunnels unterbrochen wird, schmälert den Genuss keineswegs, ganz im Gegenteil.

Ursprünglich sollte die Semmeringbahn nur dem Gütertransport dienen. Dass dem Wiener Bürgertum damit ein „Kulturraum“ samt Villen und Grandhotels erschlossen wurde, erwies sich schnell als ein höchst willkommener Nebeneffekt.

Prähistorische Pfahlbauten
um die Alpen

Vor allzu neugierigen Blicken unter Wasser verborgen, schlummern einzigartige archäologische Zeugen von unschätzbarem Wert und erzählen eine Geschichte aus der Frühzeit der Menschheit.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 2011
Kriterien: (iv), (v)
5 Staaten (insgesamt 111 archäologische Fundstätten)
Bundesländer: Oberösterreich und Kärnten (5 Fundstätten)

Das Programm am Welterbetag 2026

Das versteckte Welterbe wird sichtbar

Art der Veranstaltung: Interaktive Präsentation mit Forschenden

Veranstaltende Institution: Kuratorium Pfahlbauten, Bundesdenkmalamt und Naturhistorisches Museum Wien

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 17.04.2026, 10:00–16:00 Uhr

Ort: Saal 11, Naturhistorisches Museum Wien, Burgring 7, 1010 Wien

Im Saal 11 des Naturhistorischen Museums Wien wird das versteckte Welterbe sichtbar gemacht. Gemeinsam mit dem Museum spannt das Kuratorium Pfahlbauten den Bogen von der Altsteinzeit bis zur Hallstattzeit. Im Fokus stehen die UNESCO-Welterbestätten Kulturlandschaft Wachau und Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen. Im Pfahlbau-Papiertheater können Besucher*innen selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen und mit allen Sinnen die Archäologie der Welterbestätten erkunden.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren. Erwachsene zahlen den regulären Museumseintritt. Keine Anmeldung erforderlich.

Führung der Pfahlbauvermittler*innen beim Pavillon Seewalchen

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Pfahlbau am Attersee

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:30–12:00 Uhr

Ort: Ecke Agerbrücke / Promenade, 4863 Seewalchen am Attersee (beim Pfahlbau-Pavillon)

Erfahrene Vermittler*innen des Vereins Pfahlbau am Attersee erwarten interessierte Besucher*innen beim Pfahlbau-Pavillon in Seewalchen. Sie informieren über das Leben am Attersee und Mondsee vor ca. 6.000 bis 4.000 Jahren und geben Einblick in den Tagesablauf unserer Vorfahren in den jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen.

Zusätzliche Informationen

Bei Schlechtwetter findet die Veranstaltung an einem anderen Datum statt. Aktuelle Infos und Preise auf der Website des Vereins.

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf das Welterbe Pfahlbauten

Art der Veranstaltung: Interaktive Präsentation mit Forschenden

Veranstaltende Institution: Kuratorium Pfahlbauten

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00–16:00 Uhr

Ort: Aussichtsturm Pyramidenkogel, Skybox, Linden 62, 9074 Keutschach am See

Das UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen wird am Welterbetag von ganz oben betrachtet: Ein Infostand in der Skybox des Aussichtsturms Pyramidenkogel bietet umfassende Einblicke in die internationale Bedeutung der urgeschichtlichen Pfahlbausiedlungen im Keutschacher See, im Hafnersee und im Wörthersee. Informiert wird über das transnationale Welterbe sowie über aktuelle Schutz- und Bewahrungsmaßnahmen – des einzigen Welterbes in Kärnten.

Zusätzliche Informationen

Eintrittskarte für den Aussichtsturm Pyramidenkogel erforderlich, um die Skybox zu erreichen.

Welche Geschichten verbergen sich auf dem Grund unserer Seen?

Art der Veranstaltung: Interaktive Präsentation / Lange Nacht der Forschung

Veranstaltende Institution: Kuratorium Pfahlbauten

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 24.04.2026, 17:00–23:00 Uhr

Ort: Forschungsinstitut für Limnologie, Universität Innsbruck, Mondseestraße 9, 5310 Mondsee

Was schlummert auf dem Grund des Mondsees und des Attersees? Wie arbeiten Archäolog*innen unter Wasser? Am Limnologischen Institut der Universität Innsbruck öffnet das Kuratorium Pfahlbauten ein Fenster in die verborgene Welt der Pfahlbauten. Besucher*innen erkunden archäologische Artefakte, können bei günstigen Bedingungen eine Unterwasserzeichenstation ausprobieren und erhalten einen Vorgeschmack auf die OÖ KulturEXPO 2027. Erstmals ist der Österreichische Welterbetag zu Gast bei der Langen Nacht der Forschung.

Zusätzliche Informationen

Veranstaltung im Rahmen der Langen Nacht der Forschung. Teilnahmebedingungen unter

Unterwasserpfahlbauten in Österreich
Unter Wasser haben sind noch manchmal Reste der
urgeschichtlichen Dörfer sichtbar
Versunkene Zeugen der menschlichen Siedlungsgeschichte
Die versunkenen Seeufersiedlungen sind wissenschaftlich und kulturhistorisch von unschätzbarem Wert, aber den Blicken „normaler“ Besucher*innen weitgehend entzogen. Was sind Pfahlbauten eigentlich?

Pfahlbauten sind Siedlungen über dem Wasser, in Ufernähe oder auf sumpfigem Gelände. Wegen der Nähe zum Wasser standen die Häuser oft abgehoben auf Stelzen oder Holzbalken. Inzwischen zählt man über 1000 Fundstellen, die meisten davon in der Schweiz, gefolgt von Deutschland und Italien.

Nach dem Abschmelzen der Gletscher wanderten die ersten Menschen in das Alpenvorland ein. Um 5000 v. Chr. begannen sie, auch die Seeufer zu besiedeln. Dafür gab es gute Gründe: fruchtbare Böden, zusätzliche Nahrung, Schutz vor Angriffen und – über das Wasser waren selbst entfernte Gegenden gut zu erreichen.

111 Orte in Italien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Slowenien und der Schweiz bilden seit dem Jahr 2011 das Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. In Europa sind so viele Reste davon erhalten geblieben, dass sich weitreichende Erkenntnisse über die Lebensweise der ursprünglichen Bewohner gewinnen lassen.
Unsichtbare Fülle
Pfahlbauten bieten unvergleichliche Einblicke in eines der wichtigsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Vor allem organische Materialien, die anderswo unwiederbringlich verloren sind, haben sich hier – im Wasser „eingelegt“ oder luftdicht im Moor „verpackt“ – erhalten. Vielfach lagern an ein und demselben Ort die Reste mehrerer Siedlungen übereinander, sodass sich ganze „Kulturschichten“ unterscheiden und untersuchen lassen.

Über eine Fülle von Funden – Baumaterial, Nahrungsmittel (roh und verdaut!), Gegenstände des täglichen Gebrauches aus Holz, Bast, Rinde, Pflanzenfasern, Stroh, Tierhäuten oder Haaren – kann die Forschung das alltägliche Leben, die Wirtschaftsweise oder Kontakte zu anderen Kulturen rekonstruieren. Die Analyse von Ablagerungen und pflanzlichen Stoffen erlaubt inzwischen sogar Rückschlüsse auf die klimatischen Bedingungen.
Ballungsräume
Die Zahl der Seeufersiedlungen in Österreich lässt sich nicht einmal schätzen. Einige sind vermutlich noch unentdeckt, andere für immer verschwunden. Als wissenschaftlich gesichert gelten derzeit 27 Fundstellen. Die meisten davon gehören zu der Mondseekultur des 4. Jahrtausends v. Chr. Die jüngsten waren beinahe bis in historische Zeiten – etwa 500 v. Chr. – bewohnt. Am dichtesten besiedelt war wohl das Westufer des Attersees.

Ein weiteres interessantes Detail: Die Pfahlbauten im Kärntner Keutschacher See liegen nicht am Ufer, sondern an seichten Stellen in der Seemitte. Sie wurden von Ferdinand von Hochstetter, dem ersten Leiter des Naturhistorischen Museums Wien, im Jahr 1864 entdeckt. In der Schausammlung des Museums sind daher auch wichtige Funde zu sehen.
Unterwasser Taucher überprüft das Welterbe Pfahlbauten in Österreich
Forschungstaucher*innen kontrollieren regelmäßig
den Zustand des UNESCO-Welterbes
Laboratorien unter Wasser
Die Pioniere der Forschung gingen davon aus, dass sich die Pfahlbauten auf dem Wasser befunden hatten: Das romantische Bild von wehrhaften und unabhängigen Dörfern auf Stelzen war einfach zu verlockend. Später setzte sich die Meinung durch, dass die Siedlungen ursprünglich am Ufer gebaut und später überflutet worden waren. Inzwischen gilt beides als möglich und wahrscheinlich.

Heute sind die Fundstätten zu wissenschaftlichen Laboratorien geworden. Unterschiedliche Disziplinen wie Archäologie, Biologie, Ökologie, Klimatologie, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte kooperieren in länderübergreifenden Projekten. Dabei kommen die Ideen des Welterbes und die Ziele der UNESCO, nämlich die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur, besonders stark zur Geltung.

Great Spa Towns of Europe

Um die heilende Kraft des Wassers entfalteten sich in ganz Europa blühende Städte – und boten neben Genesung und Erholung auch Unterhaltung und gesellschaftliche Annehmlichkeiten.

 

Art der Stätte: Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2021
Kriterien: (ii), (iii)
Bundesländer: Niederösterreich, 11 Kurorte in 7 Europäischen Ländern

Das Programm zum Welterbetag 2026

Spezialführung: Baden im Dialog – Warum die Kurstadt Welterbe ist

Art der Veranstaltung: Spezialführung

Veranstaltende Institution: Stadtgemeinde Baden

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 11:00–12:30 Uhr

Ort: Treffpunkt: Tourist Information Baden, Brusattiplatz 3, 2500 Baden

 

UNESCO-Welterbe-Sitemanagerin Alexandra Harrer führt gemeinsam mit Austria Guide Christine Triebnig-Löffler durch das Welterbe Baden. Die Führung geht der Idee hinter der UNESCO-Einschreibung nach und eröffnet Einblicke in die europäische Kurkultur zwischen 1700 und den 1930er-Jahren. Die Kur war damals weit mehr als Medizin – sie war gesellschaftliche Bühne und Motor der Stadtentwicklung. In der Great Spa Town Baden lässt sich dieses Zusammenspiel von Heilquellen, Architektur und Landschaft bis heute erleben.

Zusätzliche Informationen

Limitierte Zahl der Teilnehmenden. Am Welterbetag kostenlos. Nur bei Schönwetter.

Voranmeldung erforderlich bis spätestens 17.04.2026, 16:00 Uhr, unter Telefon +43 2252 86800-600 oder

Führung: Mit Beethoven & Co auf Sommerfrische

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Stadtgemeinde Baden

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 14:00–15:30 Uhr

Ort: Treffpunkt: Tourist Information Baden, Brusattiplatz 3, 2500 Baden

 

Austria Guide Thomas Kaplan begibt sich auf Spurensuche nach berühmten Musikern und ihren unsterblichen Werken in Baden. Der wohl legendärste Kurgast, Ludwig van Beethoven, schrieb hier seine 9. Symphonie (Europahymne). Die Führung zeigt, wie Beethoven, Mozart, Strauss & Co. die besondere Atmosphäre der Kurstadt erlebten – ein Lebensgefühl, das heute Teil des UNESCO-Welterbes ist. Besucht werden u. a. die Pfarrkirche St. Stephan sowie die unterirdische Ursprungsquelle im Kurpark.

Zusätzliche Informationen

Limitierte Zahl der Teilnehmenden. Am Welterbetag kostenlos. Nur bei Schönwetter. Auch buchbar über die NÖCard.

Voranmeldung erforderlich bis spätestens 17.04.2026, 16:00 Uhr, unter Telefon +43 2252 86800-600 oder

Villa Hahn in Baden bei Wien, entworfen von Otto Wagner, mit Gartenanlage.
Villa Hahn, entworfen von Otto Wagner © Fürnkranz
Hauptstädte der Erholung und des Vergnügens
Elf Orte in sieben Ländern bilden zusammen das Welterbe „Great Spa Towns of Europe“. Sie haben eines gemeinsam: eine lange Tradition als Heilbäder und eine Blütezeit zwischen dem späten 18. und dem frühen 20. Jahrhundert. Wenn das in Österreich auf einen Ort zutrifft, dann auf Baden bei Wien.

An all diesen Orten entwickelte sich ein besonderer Stadttyp, als Antwort auf zwei Fragen: Wie nutzt man die Heilkraft des Wassers? Und wie lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden?

Das Ergebnis waren die klassischen Kurorte – fern der Großstädte, umgeben von landschaftlichen Reizen, Zeit für Erholung, Muße und Vergnügen und auch noch Raum für diplomatische und geschäftliche Interessen. Als sich zum Adel das wirtschaftlich mächtige Bürgertum gesellt, verwandeln sich die Heilbäder regelrecht in die Sommerhauptstädte Europas. Badehäuser, Trinkhallen und Parks, Theater, Stadtpalais und Villen, Hotels, Cafés und Theater prägen das äußere Erscheinungsbild. Im Inneren dominieren medizinische Disziplin, persönlicher Komfort und ein gepflegter Lebensstil. Gesellschaftlich und politisch werden die beiden Weltkriege einen tiefgreifenden Wandel bringen – der Kurbetrieb geht weiter.
Baden – Kurort einer Metropole

Was Karlsbad für Tschechien ist oder Vichy für Frankreich, ist Baden für Österreich. Hier wird schon seit der Antike gebadet. Die Römer nannten den Ort einfach und vielsagend aquae („Wässer“). Die Habsburger nutzten die Kraft des schwefelhaltigen Thermalwassers über Jahrhunderte. Den wahren Aufschwung erlebte Baden, als es Franz, letzter römisch-deutscher und erster Kaiser von Österreich, zu seinem Sommerdomizil machte.

 

An den sanften Hängen des Wienerwaldes gelegen und nur fünfundzwanzig Kilometer vom Lärm und der Hitze der Großstadt entfernt – Baden eignete sich dafür ideal. Hier war man nicht aus der Welt und konnte den Alltag dennoch weit hinter sich lassen. Jeden Sommer wurde Baden so etwas wie ein besonderer und exklusiver Stadtteil von Wien, aber eben außerhalb.

Heil- und Kraftquellen
Das Badener Thermalwasser galt traditionell als besonders wirkungsvoll – eine Art Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Leiden.

Das Lebenselement tritt an vierzehn Stellen an die Erdoberfläche, mit einer Temperatur zwischen 22° und 36°. Ursprünglich befanden sich die Badeanlagen noch direkt über den Quellen. Erst im Lauf des 19. Jahrhunderts entstand dann ein Netz von Rohrleitungen, über das Bäder, Hotels und Sanatorien versorgt wurden.

Das Frauenbad, das Josephsbad und das Hotel Sauerhof zählen zu den eindrucksvollsten Anlagen aus der Zeit um 1800. Das Engelsbad und das Hotel Badener Hof beweisen wiederum, dass die Nutzung nicht nur der upper class vorbehalten war: Sie waren speziell für Bedürftige eingerichtet worden.
Brunnenanlage im Kurpark von Baden bei Wien mit Skulptur und umliegender Gartenanlage.
Undinebrunnen im historischen Kurpark © Fürnkranz
Nebenwirkungen

Heilung war nie der einzige, oft nicht einmal der wesentliche Zweck. Spaziergänge im Park, der Genuss der Landschaft und entspannte Geselligkeit waren ohnehin Teil der Kur. Dazu kam: Wie in allen bedeutenden europäischen Bädern verband sich auch in Baden Gesundheit zwanglos mit Diplomatie, Geschäft und – Unterhaltung: Erholung wahrscheinlich, Vergnügen garantiert.

 

Die Sommergäste lebten in Palais, Villen und Hotels – nobel, aber nicht mondän, ohne die Nachteile der Großstadt, aber mit allen Vorzügen eines Kurortes: erholsame Bäder, gute Luft und ein angeregtes gesellschaftliches Leben mit viel Musik, Tanz, und Spiel. Das im Jugendstil erbaute Stadttheater und die Sommerarena im Kurpark belegen das – nicht zufällig für seine Freizügigkeit bekannte – Theaterleben in Baden.

Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes (Westlicher Abschnitt)

Dort wo einst die Römer die Grenzen ihres Weltreiches bewachten, zeugen heute sichtbare und unsichtbare Spuren vom antiken Leben und Schaffen am Rande des Imperiums.

Art der Stätte: Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2021
Kriterien: (ii), (iii), (iv)
Bundesländer: Oberösterreich,
Niederösterreich, Wien

Das Programm am Welterbetag 2026

Vortrag: Neues aus dem Untergrund von St. Pölten – Vom römischen Verwaltungssitz zum heutigen Domplatz

Art der Veranstaltung: Vortrag

Veranstaltende Institution: Stadtmuseum Tulln – Römermuseum

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 17.04.2026, 19:00 Uhr

Ort: Forum der HAK/HAS Tulln, Donaulände 64, 3430 Tulln

Vortrag von Mag. Dr. Ronald Risy, Stadtarchäologe in St. Pölten. Archäologische Untersuchungen am Domplatz brachten bedeutende Befunde zutage: Eine große Verwaltungsanlage aus der Spätantike sowie zwei Kirchenbauten wurden entdeckt; zudem wurden mehr als 22.000 Bestattungen des ehemaligen mittelalterlichen Friedhofs freigelegt. Der Vortrag stellt diese überraschenden Ergebnisse vor und ordnet sie in den Kontext des Welterbes Donaulimes ein

Eintritt frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Spiel & Spaß im Museum – Saisonbeginn Römermuseum Tulln

Art der Veranstaltung: Museumsprogramm / Familientag

Veranstaltende Institution: Stadtmuseum Tulln – Römermuseum

Zeit: ACHTUNG: Samstag, 18.04.2026 und Sonntag, 19.04.2026, jeweils 13:00–17:00 Uhr

Ort: Stadtmuseum Tulln – Römermuseum, Marc-Aurel-Park 1b, 3430 Tulln

Zum Saisonbeginn lädt das Römermuseum Tulln zu einem abwechslungsreichen Nachmittag ein. Führungen durch das Museum zu jeder vollen Stunde sowie Crash-Kurse Geschichte (je 50 Minuten) zu den Themen Steinzeit (13:00 Uhr), Römerzeit (14:00 Uhr), Mittelalter (15:00 Uhr) und Schrift (16:00 Uhr) ermöglichen spannende Einblicke in 2.000 Jahre Tullner Geschichte. Für Kinder gibt es kostenlose Bastelbögen.

Zusätzliche Informationen

Teilnahme am Programm gratis (exkl. Museumseintritt). An diesem Wochenende 50 % Ermäßigung auf den Museumseintritt. Um Anmeldung wird ersucht.

Buchpräsentation: Augustianis – Das römische Traismauer

Art der Veranstaltung: Buchpräsentation

Veranstaltende Institution: Stadtgemeinde Traismauer

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 17:00 Uhr

Ort: Rathaus Traismauer, Wiener Straße 7, 3133 Traismauer

Dr. Dominik Hagmann präsentiert sein Werk über das römische Traismauer. Das antike Augustianis zählt zu den eindrucksvollsten römischen Fundplätzen am Donaulimes. Das reich bebilderte Buch bietet erstmals eine umfassende Darstellung der Geschichte des Ortes von der Gründung des Reiterkastells im 1. Jahrhundert n. Chr. bis zum Frühmittelalter. Neben den erhaltenen Überresten der spätantiken Befestigungsanlage werden auch Zivilsiedlung, Gräberfelder und jüngste archäologische Forschungen vorgestellt.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei. Anmeldung erforderlich.

Vortrag: Welterbe Donaulimes im Fokus – Logistik und Produktion im Norden von Lauriacum/Enns

Art der Veranstaltung: Vortrag

Veranstaltende Institution: Forum Donaulimes

Zeit: ACHTUNG: Donnerstag, 23.04.2026, 18:30–20:00 Uhr

Ort: Museum Lauriacum, Hauptplatz 19, 4470 Enns

Das römische Legionslager Lauriacum/Enns ist eine der wichtigsten Teilstätten des Welterbes Donaulimes. Eva Thysell (Forum Donaulimes), Mario Wallner (GeoSphere Austria) und Stefan Traxler (OÖ Landes-Kultur GmbH) stellen die Ergebnisse geophysikalischer Radarmessungen von 2025 auf den Flächen nördlich des Lagers vor. Diese geben erstmals umfassenden Einblick in das Logistik- und Produktionsnetzwerk im Umfeld des Legionslagers.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei. Keine Anmeldung erforderlich.

Römisches Erbe Arelape – Museumssaisonstart Pöchlarn

Art der Veranstaltung: Informationsveranstaltung / Kinderprogramm / Führung / Vortrag

Veranstaltende Institution: Forum Donaulimes und Stadtmuseum Arelape-Bechelaren-Pöchlarn

Zeit: ACHTUNG: Freitag, 24.04.2026, ab 14:00 Uhr (Rundgang: 17:00 Uhr, Abendprogramm: ab 18:30 Uhr)

Ort: Bei Schönwetter: Stadtmuseum Arelape, Welserturm, Regensburgerstraße 14a, 3380 Pöchlarn | Bei Schlechtwetter: Rathauskeller Pöchlarn, Regensburgerstraße 9

Gemeinsam mit dem Saisonstart des Stadtmuseums wird der Welterbetag gefeiert. Nachmittags gibt es spielerische (Malen, Puzzeln, Gewürzsalzmahlen) und informative Angebote rund um das römische Pöchlarn sowie eine temporäre Ausstellung zum ERC-STRADA-Projekt mit Ergebnissen aus Unterwasserforschungen. Um 17:00 Uhr startet ein Rundgang mit Besichtigung der Hufeisentürme. Ab 18:30 Uhr: Vortrag von Dominik Hagmann, Eröffnung der Dauerausstellung und Verköstigung mit musikalischer Begleitung.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei. Musikalische Begleitung durch Familie Kerndler.

Führung durch die UNESCO-Welterbe-Teilstätte Burgus Stanacum in Oberranna

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Verein Kultur und Tourismus an der Donau in Engelhartszell

Zeit: Samstag, 18.04.2026, 10:00–18:00 Uhr (Führungen um 10:00 Uhr und 14:00 Uhr)

Ort: Römerburgus, Oberranna 5, 4090 Engelhartszell

 

Friedrich Bernhofer, Obmann des Vereins Kultur und Tourismus an der Donau in Engelhartszell, führt Interessierte kostenlos durch die beeindruckende Burgusanlage Stanacum. Das Programm umfasst die Besichtigung des antiken Wehrbaus sowie einen Besuch des Mittelalterlichen Weinkellers und des Badebereichs. Alle Besucher*innen erhalten ein kleines Erinnerungspräsent.

Zusätzliche Informationen

Eintritt frei, freiwillige Spenden willkommen. Keine Anmeldung erforderlich.

Führungen: Welterbe in Carnuntum – Der Donaulimes

Art der Veranstaltung: Führung

Veranstaltende Institution: Römerstadt Carnuntum

Zeit: ACHTUNG: Samstag, 18.04.2026 und Sonntag, 19.04.2026, jeweils 09:00–17:00 Uhr (Führungsbeginn: 10:00, 11:00, 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr)

Ort: Römerstadt Carnuntum, Hauptstraße 1A, 2404 Petronell-Carnuntum

Anlässlich des Welterbetages finden in der Römerstadt Carnuntum Führungen zum Thema Welterbe in Carnuntum: Der Donaulimes statt. Neben der Geschichte der Stadt wird besonders auf die Rolle Carnuntums am Donaulimes eingegangen – auf seine Funktion als Grenzanlage des Römischen Reiches sowie auf die heutige Bedeutung des Welterbes.

Zusätzliche Informationen

Führungskarten erhältlich unter www.carnuntum.at. Restplätze können vor Ort an der Kassa erworben werden.

Programmablauf

12:15 Uhr Treffpunkt Parkplatz Schloss Mautern

12:30 Uhr pünktliche Abfahrt mit dem Bus

Wachturm Rossatz-Windstallgraben
13:15–13:45 Uhr Ankunft und Besichtigung Windstallgraben

Burgus St. Lorenz
14:00–15:00 Uhr Ankunft und Besichtigung, St. Lorenz:

Kirche, Nase und Blick nach Weißenkirchen

Aufteilung in zwei Gruppen

Burgus Bacharnsdorf
15:15–17:15 Uhr Ankunft und Besichtigung des Burgus in

Bacharnsdorf mit Pause und Erfrischung beim Heurigen Pammer

Aufteilung in zwei Gruppen

Wachturm St. Johann im Mauerthale
17:30–18:30 Uhr Ankunft und Besichtigung in St. Johann im

Mauerthale: Kirche und Blick auf

Schwallenbach am Nordufer der Donau

Aufteilung in zwei Gruppen

18:30–19:00 Uhr Rückfahrt und Ankunft Schloss Mautern

Hufeisenturm und Lagermauer in Mautern.
Westliche Kastellmauer mit spätantikem Hufeisenturm
(Mautern, Favianis) © Florian Schulte
Fließende Grenze

Als das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreicht hatte, erstreckten sich die Außengrenzen über etwa 7.500 km. Wo nicht Meere, Flüsse oder Gebirge natürliche Barrieren bildeten, wurden künstliche errichtet: Mauern, Wälle und Gräben. Eine Kette aus Legionslagern, Kastellen und Wachtürmen dienten der Sicherung und Überwachung. Entlang des „Limes“ erlaubten Gewässer und Straßen den reibungslosen Fluss von Nachrichten, Waren und Soldaten.

Die Grenzen waren aber nicht undurchlässig und nicht nur Schauplätze von Gewalt. Zahlreiche Funde zeugen von Handel und friedlichem Kontakt mit den „Barbaren“. Um größere militärische Einrichtungen entstanden zivile Siedlungen: Von diesen gingen wiederum wichtige zivilisatorische Impulse aus – auch über die Grenzen hinweg.

Geographisch umfasst die Welterbestätte den Verlauf der Donau von Bayern über Österreich bis in die Slowakei. Das eigentliche Welterbe ist aber kein geschlossenes Band. Es besteht vielmehr aus nicht weniger als 77 einzelnen Komponenten: archäologische Fundstätten entlang des antiken Grenzverlaufs, sichtbare und verborgene Zeichen und Spuren.

Vom Rand zur Mitte

Der Limes (lat. Grenze, Schneise) diente der militärischen Kontrolle. Zugleich verkündete er: „Hier endet die zivilisierte Welt!“ Limes bedeutet nicht nur befestigte Grenze, sondern auch eine Idee.

Im Sinn von “begrenzen“, „umschreiben“ definierte der Limes buchstäblich den Erdkreis: die ewige Stadt in der Mitte, am Rand eine durchgehende Linie über drei Kontinente – von Nordafrika bis Britannien, von Iberien bis zum persischen Golf. Von den Rändern verliefen Straßen zu den Provinzhauptstädten und dann weiter bis ins Zentrum: Alle Wege führten bekanntlich nach Rom …

Die Anfänge des Limes reichen bis zum Beginn unserer Zeitrechnung. Ab der Wende zum zweiten Jahrhundert wird der Begriff im heutigen Sinn verwendet. Mit dem Ende des Imperiums fallen auch die Grenzen.

Sichtbare Reste

Auf dem Gebiet des heutigen Österreich erstreckte sich der Limes entlang der Donau durch Ober- und Niederösterreich und Wien. Der norische Limes reichte von Passau bis Greifenstein nordwestlich von Wien. Hier bestand das Grenzsystem aus zahlreichen Wachtürmen, vierzehn Kastellen und dem Legionslager in Lauriacum (Enns). Der pannonische Limes – mit dem Legionslager Vindobona (Wien) – erstreckte sich bis nach Carnuntum, Legionslager und zugleich Provinzhauptstadt, dann weiter der Donau entlang nach Osten. Besonders eindrucksvoll sind die – zum Teil mehrstöckigen – Türme, Tore und Kastellmauern im Tullnerfeld vor Wien. Nachdem sie im Mittelalter in Siedlungen einbezogen wurden, sind hier Reste der römischen Befestigungen bis heute eindrucksvoll erhalten und sichtbar geblieben.

Überdachte archäologische Ausgrabungsstätte in Oberanna mit freigelegten Mauerresten und Stegen für Besucherinnen.
Quadriburgus von Oberranna - westlichste Limesbefestigung in Österreich
Frieden an der Grenze

An der Donau trafen Welten aufeinander: hier das imperium, dort das barbaricum; hier Bürger mit einer gemeinsamen Sprache und unter einer einheitlichen Verwaltung; dort eine Vielzahl – zumindest aus römischer Sicht – wild lebender Stämme.

Gerade weil der Personen- und Warenverkehr leicht zu kontrollieren war, standen beide Sphären in regem Kontakt. Von gelegentlichen Überfällen und Raubzügen abgesehen, herrschte Frieden, ja, es bestanden sogar geregelte geschäftliche und diplomatische Beziehungen.

Auch deswegen waren die Grenzregionen wohlhabend und hoch entwickelt. Davon zeugen Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Luxusgüter. Ein Großteil davon befindet sich noch im Boden, unter den Siedlungen und im offenen Gelände. Archäologen_innen holen das verborgene Erbe ans Tageslicht.