Programm

UNESCO

Welterbe
ist mehr…

18. April 2022

... als der erste Blick vermuten lässt.

Um die Vielfalt und Facetten unserer einzigartigen Welterbestätten für Sie erfahrbar zu machen, begehen wir am 18. April 2023 den Österreichischen Welterbetag.

Am 18. April begehen die zwölf Österreichischen Welterbestätten jedes Jahr den „Österreichischen Welterbetag“. Als gemeinsamer Aktionstag soll er dazu beitragen, auf das UNESCO-Welterbe in Österreich aufmerksam zu machen und Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es steter Bemühungen bedarf, diese einzigartigen Kultur- und Naturschätze vor Verfall oder Zerstörung zu bewahren. Die zwölf Österreichischen Welterbestätten möchten im Rahmen dieses Tages das Welterbe in Österreich erlebbar und erfahrbar machen. Spezielle Veranstaltungen und Aktionen -vor Ort und online – ermöglichen ungewohnte Blicke auf Altbekanntes, eröffnen neue Perspektiven oder vermitteln einen Eindruck von der Arbeit und den Bemühungen zum Schutz und Erhalt dieser einzigartigen Orte.

Seit 1983 wird der 18. April, auf Initiative des Internationalen Denkmalrates ICOMOS, von der UNESCO als „International Day of Monuments and Sites” bzw. “World Heritage Day”  begangen. In Anlehnung an diesen internationalen Tag hat die Österreichische Welterbestätten-Konferenz 2020 beschlossen, auch in Österreich einen solchen Aktionstag, den Welterbetag, zu etablieren.

Die UNESCO ist ein wichtiges Mitglied der – aus 15 Sonderorganisationen bestehenden – „UN-Familie“. Ihr Ziel: mit den Mitteln von Kultur, Bildung und Wissenschaft den Frieden zu erhalten, zu schaffen und zu sichern. Dazu bekennen sich insgesamt 193 Mitgliedstaaten und 11 assoziierte Mitglieder. Das Hauptquartier der UNESCO befindet sich in Paris. Die UNESCO wurde – kurz nach den Vereinten Nationen – im November 1945 gegründet. Den Anlass und Hintergrund bildeten die Katastrophen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: zwei Weltkriege mit Millionen Toten, die Verfolgung und Vernichtung von ethnischen, religiösen und anderen Minderheiten, totalitäre Systeme, Massenvernichtungswaffen: Weil Hass und Vorurteile in den Köpfen entstehen, müssten sie auch dort verhindert werden.

Mit zahlreichen Programmen und Projekten versucht die UNESCO Antworten auf Probleme zu finden und diesen mit Wissen, Austausch und Zusammenarbeit zu begegnen. Die Einhaltung der Menschenrechte, die Gleichheit der Geschlechter, der nachhaltige Umgang mit der Natur sind dabei wesentliche Leitlinien.

In Österreich stellt die Österreichische UNESCO-Kommission die Präsenz der UNESCO sicher und fungiert als Kontakt- und Beratungsstelle für Angelegenheiten der UNESCO in Österreich.

1972 wurde von den Mitgliedstaaten der UNESCO das „Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt“ (kurz „Welterbekonvention) ins Leben gerufen, um Kultur- und Naturstätten, die für die gesamte Welt von Bedeutung sind, zu schützen.

Damit ein Bauwerk, ein Ensemble von Gebäuden, ein Naturdenkmal oder eine Landschaft als Welterbe gelten, muss eine zentrale Bedingung erfüllt sein: Das Kultur- oder Naturgebilde muss „außergewöhnlichen universellen Wert“ besitzen. Das heißt: Es muss aus der Fülle vergleichbarer Objekte deutlich herausragen. Und: Sein Verfall oder die mutwillige Zerstörung wären ein unwiederbringlicher Verlust für die Menschheit. Externe Fachberater aus Kultur- und Naturschutzorganisationen prüfen die Anträge und empfehlen dem Welterbekomitee die Aufnahme oder Ablehnung. In dem Verfahren werden Gesichtspunkte wie kulturelle Diversität und Nachhaltigkeit besonders berücksichtigt.

Bisher haben 194 Staaten diesen völkerrechtlichen Vertrag unterzeichnet und sich dazu verpflichtet, jene Kultur- und Naturstätten von außergewöhnlichem universellen Wert für kommende Generationen zu bewahren. Aktuell gibt es 1.157 Welterbestätten in 167 Staaten der Welt. Sie stellen unschätzbare Zeugnisse der Natur- und Menschheitsgeschichte dar.

Historic Centre of the City of Salzburg

Stadt Salzburg

Mehr über die Alten Buchenwälder
und Buchenurwälder

Alte Buchenwälder und
Buchenurwälder

Mehr über Schloss und
Gärten von Schönbrunn

Schloss und Gärten
von Schönbrunn

City of Graz – Historic Centre
and Schloss Eggenberg

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Mehr über Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Stadt Graz und
Schloss Eggenberg

Mehr über Hallstatt/Dachstein-Salzkammergut

Hallstatt/Dachstein-
Salzkammergut

Mehr über die Wachau

Wachau

Mehr über Fertő/Neusiedler See

Fertő/Neusiedler See

Mehr über das Historische
Zentrum von Wien

Historisches
Zentrum von Wien

Mehr über die
Semmeringeisenbahn

Semmeringeisenbahn

Mehr über Prähistorische
Pfahlbauten um die Alpen

Prähistorische Pfahlbauten
um die Alpen

Mehr über die Great Spa
Towns of Europe

Great Spa Towns of Europe

Mehr über die Grenzen des
Römischen Reiches/Donaulimes

Grenzen des Römischen Reiches/Donaulimes

18. April 2024

Historisches Zentrum
der Stadt Salzburg

Abseits von Festspieltrubel und Mozartkugel erzählt das Welterbe Salzburg vom barocken Glanz der Fürsterzbischöfe, vom Stolz des Bürgertums und von der schlichten Strenge der Klöster.

Art der Stätte: Kulturstätte
Einschreibung: 1996
Kriterien: (ii), (vi), (iv)
Bundesland: Salzburg

Das Programm am Welterbetag 2024

Führungen im Rundgang durch Friedhof und Kirche St. Sebastian

Achtung! Freitag, 21. April, 13.30 bis 17.00 Uhr
Eröffnung um 13.30 vor Ort, Führungen ab 14.00 Uhr

Stationen: Mausoleum/Gabrielskapelle, Arkaden, Kirche – Fassade, Dach, Inneres
Zugänglichkeit: Gabrielskapelle, Kirchendach und Kircheninneres, Friedhof (- 18.00 h)

Mitten im geschäftigen Alltag ist der Sebastianfriedhof bis heute eine Oase der Ruhe.
1595 einst vor den Toren der Altstadt als städtischer Friedhof angelegt, zeigt er bis heute die Eleganz reiner Renaissance. Auch sein Erbauer Erzbischof Wolf Dietrich ließ sich hier – mitten unter seinem Volk – im zentralen Mausoleum bestatten.
Die ursprünglich in der Spätgotik, als „Pestkirche“ angelegte Sebastianskirche präsentiert sich bis heute als spätbarocker Saalbau, aus der Zeit um 1750 und ist integraler Bestandteil der Welterbestätte „Historisches Zentrum der Stadt Salzburg“. Ihren originalen Dachstuhl zu sichern, welcher der Aufhängung historischer Holzgewölbe dient, war neben der Neueindeckung der Kirche eine der größten Herausforderungen ihrer jüngsten Sanierung. Zudem wurde die dezente Steinfarbigkeit von Untersberger Marmor-Rosa und -Beige an der Fassade wieder hergestellt.

St. Sebastian – Friedhof und Kirche
Linzer Gasse 41, 5020 Salzburg

 

Stadtspaziergang „Johann Bernhard Fischer von Erlach – Denkmalpflegeprojekte“ mit dem Bundesdenkmalamt

18.April, Treffpunkt: 16.00 Uhr vor der Dreifaltigkeitskirche

Kein anderer Architekt prägte Salzburgs Silhouette so sehr wie Johann Bernhard Fischer von Erlach. Der „Stararchitekt des Barock“ errichtete im Erzstift Salzburg fünf Kirchen, drei davon befinden sich in der Kernzone, eine in der Pufferzone des Welterbes „Historisches Zentrum der Stadt Salzburg“. Auch Schloss Klessheim, das Hoyos-Stöckl und eine Vielzahl anderer Werke entspringen der Kreativität dieses österreichischen Universalkünstlers, dessen Todestag sich 2023 zum 300sten Mal jährt. Die Werke Fischer von Erlachs sind jedoch nicht nur Zeugnisse seines Genies, sondern auch von über drei Jahrhunderten respektvoller Pflege. Die Instandhaltung und Restaurierung dieser ikonischen Bauten gehört noch heute zu den spannendsten Aufgaben der Denkmalpflege.

Bei einem Stadtspaziergang mit der zertifizierten Austria Guide Mag.a Gabi Freischlager und Mitarbeiter*innen und Mitarbeitern des Bundesdenkmalamtes begeben wir uns auf die Spuren Fischer von Erlachs. Besondere Aufmerksamkeit legen wir auf die Restauriergeschichte(n) und die Herausforderungen und Überraschungen, die der Erhalt der Werke Fischer von Erlachs bieten.

Dreifaltigkeitsgasse 13, 5020 Salzburg

Wir bitten um Anmeldung bis 11. April 2023

Mirabell Garten in Salzburg an einem Herbstmorgen in Österreich, UNESCO
Blick auf die Festung Hohensalzburg vom Mirabellgarten
Hauptstadt des Barock am Nordrand der Alpen

Die Stadt ist Schauplatz einer faszinierenden Bau-Geschichte: Sie beginnt mit einer keltischen Siedlung zwischen den Stadtbergen. Die Römer errichten darauf Iuvavum, eine bedeutende Bezirkshauptstadt der Provinz Noricum. Im Mittelalter – nachdem der Salzbergbau starken Aufschwung genommen hat – floriert auch die Stadt wieder.

 

Salzburg veränderte sich nur langsam und kleinräumig – bis Fürsterzbischof Wolf Dietrich um 1600 begann, die Stadt in eine Residenz zu verwandeln. Ganze Häuserzeilen mussten repräsentativen Plätzen und Neubauten weichen. Teile der Bürgerstadt blieben davon aber verschont – so wie später die barocke Bischofsstadt insgesamt von Modernisierung. Das Welterbe: ein unvergleichliches Stadtbild und harmonisches Zusammenspiel zwischen Architektur und umgebender Natur.

 

Nicht nur als seine Geburtsstadt ist Salzburg eng mit dem Namen Mozart verbunden. Im höfisch-aristokratische Milieu begann sich das Genie des jungen Wolfgang Amadeus zu entfalten. Und von hier aus verbreitete sich sein Ruhm in der ganzen Welt.

Die Macht des weißen Goldes

Salz: Ihm verdankt die Stadt nicht nur ihren Namen, sondern auch die Entstehung. Schon in frühgeschichtlicher Zeit wurde in der Gegend das „weiße Gold“ abgebaut. Der ideale Umschlagsplatz dafür lag genau dort, wo die Salzach in das offene Salzburger Becken eintritt.

 

Bereits seit dem frühen Mittelalter war Salzburg Bischofssitz und ein Zentrum der Christianisierung gewesen. Ab etwa 1350 übernahmen die Erzbischöfe auf ihrem Territorium auch die weltliche Macht. Als „Fürsterzbischöfe“ residierten sie im heutigen Dombezirk und zogen sich nur in Krisenzeiten auf die Burg über der Stadt zurück. In mehreren Phasen hatten sie Hohensalzburg zur Festung erweitern lassen. Die heutigen Ausmaße und ihre imposante Gestalt hat sie etwa um 1500 bekommen.

Die ganze Stadt ist Bühne

Der Reichtum und die Macht der Fürsterzbischöfe waren immens. Nach ihrem Willen entsteht im 17. und 18. Jahrhundert ein grandioses Ensemble aus profanen und sakralen Bauwerken. Der absolutistische Machtanspruch der Kirche und das Prinzip der ungeteilten Herrschaft werden als Gesamtkunstwerk inszeniert.

 

Dabei setzte man auf Komposition im großen Stil und – Importkunst aus Italien: Von dort kamen Stararchitekten wie Vincenzo Scamozzi und Santino Solari. Auch die Bildhauer und Maler beherrschten und benutzten das klassizistische Vokabular von Renaissance, Manierismus und Barock. Johann Bernhard Fischer von Erlach, der selbst in Rom gelernt hatte, entwarf hier Schlüsselbauten des Hochbarock: Vor der Kulisse der umgebenden Berge wird Salzburg zur prächtig ausgestatteten Bühne.

Salzburg historisches Zentrum mit grünen Blättern und Sonnenschein Österreich
Die Altstadt Salzburgs mit Blick auf die Festung
Mozartmetropole

Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Jänner 1756 in Salzburg geboren. Das Verhältnis zu seiner Geburtsstadt blieb aber immer zwiespältig. Und Salzburg war auch nie das Zentrum seines Lebens. Mozart und Salzburg: Die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Namen des Komponisten – und ihre Vermarktung entwickelten sich erst posthum.

Etwa fünfzig Jahre nach seinem Tod gründeten Bürger einen Verein zur Pflege und Bewahrung seines Werks. Schon bald war von Feiern und Festspielen die Rede. Die Zeit dafür war aber erst reif, als der Dramatiker Hugo von Hofmannsthal und der Theatervisionär Max Reinhardt 1920 die Salzburger Festspiele gründeten und ihre Ideen mit der Verehrung Mozarts verbanden. Mit dem internationalen Erfolg der Festspiele bekam Salzburg auch als Mozartstadt Weltgeltung.

Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten
und anderer Regionen Europas

Beinahe unberührt von menschlichem Einfluss verstecken sich Überreste der letzten Urwälder Europas – und geben einen wertvollen Einblick in die Evolutions- und Naturgeschichte.

Art der Stätte: Naturstätte
Einschreibung: erstmals 2007, Erweiterung 2011 und 2017 (mit Österreich)
Kriterien: (ix)
In 12 Staaten
Bundesländer: Oberösterreich und Niederösterreich

Das Programm am Welterbetag 2024

Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal:
Welterbetag im Haus der Wildnis

Kostenlose Wildnis-Führung im Haus der Wildnis
Dienstag, 18. April 2023, 11:00 Uhr, ca. 1 Stunde

 

Wildnis-Führung: Was ist Wildnis und warum ist der Urwald so einzigartig? Warum sind viele Bäume nicht automatisch ein Wald und was steckt eigentlich hinter der Auszeichnung Weltnaturerbe? Unsere professionellen Guides nehmen Sie in der Ausstellung mit auf eine spannende Reise von der Eiszeit bis ins Jetzt und vermitteln wichtige Zusammenhänge zum Thema Biodiversität, Klimawandel, Naturschutz und UNESCO Weltnaturerbe.

Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal: Haus der Wildnis, Kirchenplatz 5, 3293 Lunz am See
T +43 (0)7486 21122

Welterbe-Kino

Impulsvortrag zum Weltnaturerbe und Filmvorführung im Haus der der Wildnis

Freitag, 21.April 2023, 18:00 Uhr

Zur Feier des Österreichischen Welterbetages 2023 findet im Haus der Wildnis ein Themenabend zum Weltnaturerbe Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas statt. In Form eines Impulsvortrages erklärt Nina Schönemann die Besonderheiten und Einzigartigkeiten des Weltnaturerbes. Im Anschluss findet im Foyer des Hauses der Wildnis eine Filmvorführung statt:

„Meisterwerke, Urwälder und Prachtbauten – Österreichs Erbe für die Welt“
UNIVERSUM-Dokumentation von Georg Riha

Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal: Haus der Wildnis, Kirchenplatz 5, 3293 Lunz am See
T +43 (0)7486 21122

Buchenurwald im Reichraminger Hintergebirge, Nationalpark Kalkalpen, Österreich, UNESCO Weltnaturerbe
Buchenurwald im Nationalpark Kalkalpen © Erich Mayrhofer

Relikte einer Natur ohne Menschen

Bevor die Menschen in Europa sesshaft wurden, waren vier Fünftel davon mit Wald – überwiegend mit Buchenwäldern – bedeckt. Danach schrumpften die Wälder in dem Maß wie die Bevölkerung zunahm und damit der Bedarf an Acker- und Weideflächen. Holz war Brennmaterial und blieb der wichtigste Rohstoff zum Bauen und für die Herstellung von Geräten – von der Steinzeit bis zum Industriezeitalter.

Heute bedeckt der Wald nur noch etwa ein Drittel der Fläche Europas. Der größte Teil davon sind Nutzwälder, die seit Jahrhunderten intensiv bewirtschaftet werden. Von den Buchenurwäldern sind nur mehr Reste übrig. Gemeinsam mit alten, naturnahen Beständen bilden diese „Enklaven“ ein Weltnaturerbe in zwölf Staaten.

In Österreich gehören dazu die alten Buchwälder im Nationalpark Kalkalpen und der Buchenurwald im Wildnisgebiet Dürrenstein. Hier erforschen verschiedene wissenschaftliche Disziplinen die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten und die Zusammenhänge von Klima und Umwelt.

Rotbuche, die (lat.: Fagus sylvatica)

Die Baumart kommt nur in Europa vor und ist vom Atlantik bis Ostmitteleuropa (Bukowina heißt so viel wie „Buchenland“), von Südschweden bis zum Balkan und im Apennin stark verbreitet.

Die Erfolgsgeschichte beginnt in der mittleren Wärmezeit, etwa im fünften Jahrtausend vor unserer Zeit. Während der Eiszeit hatten sich alle Baumarten an den Südrand Europas zurückgezogen. Nach dem Rückgang der Gletscher kehrten sie in die Kaltsteppen zurück. Die Buche ist schon lange im Süden Schwedens heimisch und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie – Stichwort Klimawandel – sich noch weiter nordwärts ausbreitet.

In tieferen Lagen setzte sich die Buche nach und nach gegen alle Konkurrenten durch. Als Schattenbaum konnte sie stärker lichtabhängige Baumarten leicht verdrängen. Im Bergwald mischen sich Tannen darunter und auf höheren und kühleren Schatthängen steigt auch der Anteil an Fichten.

Im Herzen der Wildnis

Der Rothwald gehört zum Wildnisgebiet Dürrenstein in den Niederösterreichischen Kalkalpen. In seinem Inneren hat sich ein etwa vier Quadratkilometer großes Stück Urwald erhalten. Dass es vom Kahlschlag verschont geblieben ist, grenzt an ein Wunder: Weil die Klöster Gaming und Admont jahrhundertelang über Besitz- und Nutzungsrechte im Streit lagen, blieb der Wald unberührt.

Nach Zeiten von Verstaatlichung und Privatbesitz erwarb der Bankier Albert Freiherr von Rothschild 1875 den Wald. Dem Philanthropen und Kunstmäzen war auch der Naturschutz ein großes Anliegen. Er ließ lediglich einen – komfortablen – Kutschenweg bis an den Rand anlegen. Nachdem das Waldstück auch noch das 20. Jahrhundert überdauert hat, genießt es nun den höchsten Status im international geregelten Naturschutz: Kategorie Ia.
Buchenmischwald mit Schluchtwaldcharakter
Nationalpark Kalkalpen © Franz Sieghartsleitner

Wild und artenreich

Der Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich beherbergt insgesamt sechs Buchenwaldgesellschaften. Es handelt sich dabei – wo nicht um Reste von Urwäldern – um naturnahe Bestände. Teile davon sind dabei, sich zur Waldwildnis zurück- oder – besser – weiterzuentwickeln.

Mit neuen wissenschaftlichen Methoden lässt sich das Alter der Bäume exakt bestimmen. Einzelne Buchen sind über 500 Jahre alt: das älteste Exemplar existierte bereits, als in Wien noch an der Stephanskirche gebaut wurde.

In den Buchenwäldern herrscht hohe Biodiversität. Der seltene Weißrückenspecht gilt als ein verlässlicher Indikator für eine intakte Umwelt und aktuell leben sechs Luchse in dem Gebiet.

Schloss und Gärten
von Schönbrunn

Wo einst die Habsburger residierten und der Hofstaat flanierte, lassen sich noch heute im Welterbe Schönbrunn Zeugen einer imperialen Vergangenheit entdecken.

Art der Stätte: Kulturstätte
Einschreibung: 1996
Kriterien: (i), (iv)
Bundesland: Wien

Das Programm am Welterbetag 2024

Schlosskapelle Schönbrunn - Ein Barockes Schmuckstück im Welterbe

18.April 2023, 15:00 – 17:00

Ein wahrer Geheimtipp in Schönbrunn ist die prächtige Schlosskapelle, die während der Öffnungszeiten des Schlosses für Besucher:innen frei zugänglich ist. Anlässlich des Österreichischen Welterbetages lädt die Schönbrunn Group ein, die Schlosskapelle zu entdecken und mit Elfriede Iby (Leiterin wissenschaftliche Abteilung Schönbrunn Group) mehr über die kunst- und kulturhistorische Bedeutung der Kapelle zu erfahren.

Schlosskapelle Schönbrunn

Tiergeschichte(n) aus dem Welterbe im Tiergarten Schönbrunn

18.April 2023, Posteraustellung

Der Tiergarten Schönbrunn stellt rund um den UNESCO-Welterbetag seine Tiergeschichte(n) in den Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher werden so auf die Reise in die Vergangenheit mitgenommen und genießen mit visuellen Anschauungsbeispielen auch einen Blick in die Zukunft. Von Giraffen über Elefanten, bis hin zu heimischen Nutztieren werden spannende Einblicke in historische und moderne Tierhaltung gegeben.

Tiergarten ORANG.erie im Tiergarten Schönbrunn

Welterbe-Führung im barocken Gartenjuwel Schönbrunn (Österreichische Bundesgärten)

18.April 2023, 15:00 – 17:00


Der Schlosspark Schönbrunn ist seit 1996 Teil der UNESCO-Welterbestätte Schönbrunn. Die barocke Gartengestaltung wurde um 1779 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist seither beliebtes Erholungsgebiet. Die Führung findet anlässlich des „Österreichischen Welterbetages“ am 18. April statt.

Treffpunkt: Schlosspark Schönbrunn, 1130 Wien, Eingang Meidlinger Tor
Kosten: € 12,– pro Person

Schloss Schoenbrunn mit Brunnen im Vordergrund
Ehrenhof © Schloss Schoenbrunn
Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Alexander Eugen Koller
Imposantes Wahrzeichen einer prägenden Dynastie

Schönbrunn steht ikonisch für Habsburg. Die Kaiser, Könige und Erzherzöge aus der Dynastie verbrachten hier drei Jahrhunderte lang die Sommer mit dem gesamten Hofstaat. Schönbrunn, das war der glanzvolle Mittelpunkt des höfischen Lebens einer der mächtigsten Dynastien Europas.

 

Heute präsentiert sich Schönbrunn in der Form, die es am Ende der Donaumonarchie angenommen hatte. Von den ehemals dreihundertsieben Räumen des Residenzschlosses sind noch immer vierundachtzig im Originalzustand zu bestaunen.



Das Schloss und der Garten bilden ein untrennbares Ganzes. Die einzelnen Teile sind durch ein Netz von Wegen miteinander verbunden und mit Bauwerken, Brunnen und Statuen kunstvoll ausgestattet: Schloss, Orangerie, Gloriette, Menagerie – jedes für sich eine besondere Attraktion, gemeinsam ein großes Gesamtkunstwerk. 1996 wurde Schönbrunn als kunst- und kulturgeschichtlich einmaliges Ensemble zum Weltkulturerbe erklärt.

Bewegte Baugeschichte
Die Geschichte des Ortes reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Die Gegend, in der sich die Schlossanlage heute ausbreitet, war ursprünglich ein Jagdrevier, weit außerhalb der Stadt. Hier befand sich zuerst eine Mühle, dann ein Herrenhaus, später ein Lustschloss, das bei der osmanischen Belagerung Wiens schwer beschädigt wurde. 1693 gab Kaiser Leopold I. den Auftrag zum Bau eines Jagdschlosses.

Die Planung und Errichtung lagen in den Händen des Barockbaumeisters Johann Bernhard Fischer von Erlach. Einige Jahre nach dem Baubeginn kamen die Arbeiten allerdings ins Stocken, danach sogar gänzlich zum Erliegen. Der Um- und Ausbau zum Residenzschloss begann 1743 unter Maria Theresia. 1780 war die Umgestaltung von Schloss und Garten abgeschlossen.

Die Namen der Räume verraten viel von Erlesenheit, Exotik und Luxus: Gelber Salon, Porzellanzimmer, Spiegelsaal, Vieux-Laque-Zimmer, Chinesische Kabinette. Der barocke Garten diente – als „Verlängerung“ der repräsentativen Innenräume – der Darstellung von Macht. Mehrere Generationen haben bei der prunkvollen Ausstattung ihre Spuren hinterlassen.
Repräsentation und Geschmack
Das barocke Schloss ist der sichtbare Ausdruck der absoluten Macht eines Monarchen, dem sich alle Untertanen zu unterwerfen hatten. Die streng geometrischen Gartenanlagen mit ihren kunstvollen Pflanzenornamenten sprechen die gleiche Sprache und sagen: Nicht nur der Staat, auch die Natur unterliegt dem Willen des souveränen Herrschers.

Die Veränderungen, die Maria Theresia und ihr Gemahl Franz I. vornehmen ließen, sind vielsagend. Die Gestaltung von Schloss und Garten gehorcht nicht mehr ausschließlich dem Prinzip der Repräsentation. Der persönliche Geschmack tritt stärker in den Vordergrund und verrät – indirekt – ein neues Verständnis von Herrschaft. Maria Theresia war es auch, die den Garten 1778 sogar für die Bevölkerung geöffnet hat.
Berglzimmer im Schloss Schoenbrunn Österreich
Berglzimmer © Schloss Schoenbrunn
Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Severin Wurnig
Schauplatz der Geschichte
Das Schloss war nicht nur Wohnsitz, sondern auch Schauplatz der täglichen Regierungsgeschäfte, von offiziellen Empfängen, feierlichen Zeremonien und rauschenden Bällen. Hier waren die Mächtigen Europas zu Gast, hier wurde Weltgeschichte geschrieben.

Im Jahr 1809 unterzeichneten Napoleon und Franz I. den Frieden zwischen Frankreich und Österreich. Kaiser Franz Joseph I, hier geboren und verstorben, wohnte und amtierte in seinen letzten Lebensjahren überhaupt ganzjährig in Schönbrunn. Sein Nachfolger Karl I. verzichtete hier am 11. November 1918 auf jede Beteiligung an den Staatsgeschäften in Österreich und Ungarn.   Schönbrunn hat nicht nur den Glanz, sondern auch das Ende der Donaumonarchie gesehen.

Stadt Graz - Historisches Zentrum und Schloss Eggenberg

Einst Residenz von Kaisern und Fürsten fasziniert das Welterbe Graz mit seinen zwei Zentren – Altstadt und Schloss – im Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Moderne.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 1999, Erweiterung um Schloss Eggenberg 2010
Kriterien: (ii), (iv)
Bundesland: Steiermark

Das Programm am Welterbetag 2024

Wissensspeicher Welterbe. Schloss Eggenberg als Welterbe entdecken
Führungen und Infostand mit Restaurator*innen

18.April 2023, 10:00 – 17:00 Uhr Führungen zu jeder vollen Stunde und spezielle Themenführungen am Nachmittag

Wo: Schloss Eggenberg

Sowohl die sichtbaren als auch die unscheinbarsten Fragmente eines historischen Gebäudes sind kostbare Wissensspeicher. Sie bewahren eine Vielzahl von unschätzbaren Informationen zu Handwerkstechniken, Kulturgeschichte, Nachhaltigkeit und Baugeschichte.
Entdecken Sie am Welterbetag 2023 die Geschichte(n) hinter den vielen Bestandteilen des Schlosses, bei Führungen durch die Prunkräume oder bei einem Blick hinter die Kulissen. Erfahren Sie mehr über Stuck und Stein und die Besonderheiten des barocken Gesamtkunstwerkes.

Anmeldung: gratis Zeitkarten für alle Führungen sind am selben Tag ab 09:30 Uhr für alle Führungen am Vormittag und ab 12:30 Uhr für das Nachmittagsprogramm im Shop erhältlich.

Welterbe in Graz entdecken
Führungen durch das Welterbe der Grazer Altstadt

15./16./17./18. April 2023

Im Auftrag der Stadt Graz/Stadtbaudirektion führen die Graz-Guides kostenlos von Samstag dem 15. April bis zum Welterbetag am 18. April in spannenden Touren für Kinder und Erwachsene durch das Grazer Welterbe der Altstadt. Dabei können Kinder und Erwachsene auch wieder ein Rätsel lösen und dafür Eisgutscheine und Bücher bei Graz-Tourismus als Preis abholen.

Der Gedanke der UNESCO, allen Menschen durch freien Zugang zu Bildung, Wissenschaft und Kultur ein friedliches Leben zu ermöglichen und des UNESCO Welterbes, dafür auch die Kultur- und Naturschätze der Welt mit außergewöhnlichem Wert zu erhalten, verweist auf ein einziges großes Friedensprojekt, das es im Grazer Welterbe zu entdecken gilt.

Mehr erfahren

15./16. April:

10:00/11:00/14:00/15:00 Uhr: Deutsch
10:30/14:30 Uhr: Kinder-Führung
10:00/14.00 Uhr: Englisch
14:30 Uhr: Chinesisch

17./18. April

14:00 Uhr: Englisch
17:00 Uhr: Deutsch

Treffpunkt:  Graz-Tourismus Shop Herrengasse 16, 8020 Graz

Zählkarten: können ausschließlich am 11. und 12. April (10:00 – 12:00 Uhr), Restkarten ab dem 13. April (10:00 – 18:00 Uhr) bei Graz-Tourismus, Herrengasse 16 abgeholt werden. Dort ist auch der Treffpunkt für alle Touren.

Themenführungen:

Welterbe (er)leben und erhalten

Was Eggenberg so besonders macht und wie wir es schützen können

11:00 und 13:00 Uhr

Welterbe Backstage
Einblicke hinter die Kulissen eines Gesamtkunstwerks – vom Keller bis zum Dachboden

10:00, 14:00, 15:00 und 16:00 Uhr

KulturGut verstehen
Vermittlung und Besucher/innenmanagement in Schloss Eggenberg

12:00 Uhr

1000 und eine Pracht
Schloss Eggenberg und seine unzähligen kostbaren Bestandteile

Dudelsack, Backgammon und die Falknerei
Immaterielles Kulturerbe in der Kunst
Führungen durch die Alte Galerie


11:00 U und 14:00 Uhr

Interaktive Führung für die ganze Familie
10:00 und 14:30 Uhr

Der Schlosspark – ein Landschaftsgemälde
Führung um 15:00 Uhr

UNESCO macht Schule – Welterbe für Schulen Aktionswoche von 19.-22.04.2021

09:00-13:00 Uhr

Mehr Erfahren

Anmeldung: Gratis Zeitkarten für alle Führungen sind am selben Tag ab 9:30 Uhr für alle Programmpunkte am Vormittag und ab 13 Uhr für das Nachmittagsprogramm im Innenhof erhältlich.

Das UNESCO Welterbe bringt Graz auf Touren

18.April, 10:00 – 16:00 Uhr
Die Stadt Graz stellt ihr „UNESCO Welterbe In Touren vor- und hinter den Kulissen“ vor und lädt am zweiten Österr. Welterbetag zu kostenfreien Führungen und einem Quiz ein.

Das Historische Zentrum von Graz ist seit 1999 von der UNESCO als Welterbestätte gelistet und erhält mit diesem besonderen Prädikat die historisch wertvolle Altstadt als Lebensraum mit hoher Qualität.

Die Touren, durchgeführt von den Graz-Guides, bieten Einblicke in Kür und Pflicht, die mit der Auszeichnung verbunden sind: Was ist der außergewöhnliche universelle Wert von Graz, den die UNESCO ausgezeichnet hat? Wo zeigen sich die Besonderheiten des Grazer Welterbes im Stadtraum? Wie verwaltet eine Welterbestätte dieses besondere Prädikat und hat eigentlich jede Bürgerin, jeder Bürger etwas von dieser Auszeichnung?
Im Rahmen informativer Rundgänge in der Altstadt können diese Fragen und noch vieles mehr beantwortet und erkundet werden. Außerdem können Sie während des Rundganges ein Quiz lösen, den Preis dafür erhalten Sie gleich nach der Führung im Shop von Graz-Tourismus in der Herrengasse!

Führungen: Halbstündlich vom Hof des Zeughauses, Landhaus/Herrengasse 16 ausgehend, zwischen 10.00 und 16.00 uhr

Informationen: info@grazguides.at, +43 (0)316 58 67 20
Arkadenhof des Landhaus Graz, Österreich UNESCO
Renaissance-Arkadenhof des Grazer Landhauses

Die Stadt Graz und das Schloss Eggenberg bilden – eher ungewöhnlich – eine Welterbestätte mit zwei Kernzonen. Sie ergänzen und verstärken einander ideal.

Was Graz auszeichnet und von anderen Städten unterscheidet: die hochwertigen Beispiele aus der Architekturgeschichte – von der Romanik bis in die Gegenwart. Als Graz fürstliche Residenz war, erhöhte sich die Zahl repräsentativer Bauten, ihre Qualität erreichte spektakuläre Höhepunkte: Arkadenhöfe aus der Renaissance, barocke Stadtpalais und Kirchen, elegante Bürgerhäuser – durch Straßen und Plätze zu einem Ganzen verbunden.

Vor diesem bewegten Hintergrund kommt Schloss Eggenberg deutlich zur Geltung. Die Familie der Eggenberger – durch Handels- und Münzgeschäfte zu Reichtum gekommen – spielte als Politiker, Geldgeber und Diplomaten eine herausragende Rolle. Ende des 16. Jahrhunderts waren sie zum Hochadel aufgestiegen. Ihr Schloss ist Ansage und Aussage: Unmissverständlich verkündet es Anspruch auf Status und entwirft zugleich ein Bild kosmischer Ordnung.

Schloss Eggenberg in Österreich UNESCO
Schloss Eggenberg
Barockes Weltmodell

Ein steirisches Schloss wie ein spanischer Königspalast? Nicht gerade ein Zeichen von Bescheidenheit. Eigentlich nur konsequent, dass im zentralen Planetensaal die Mitglieder der Familie als Götterfiguren auftreten.

Nach außen wirkt der Bau verschlossen und abweisend. Im Inneren hingegen erschließen mehr als 500 Wand- und Deckengemälde die grenzenlosen Räume des Olymp. 365 Fenster, 31 Räume in jedem Stockwerk, 24 Prunkräume in der Beletage, vier Seiten und vier Türme: ein Schloss als kosmologisches Uhrwerk und Architektur gewordenes Universum.

Die Eggenberger sind früh ausgestorben. Ihre Erben interessierten sich nicht für das Schloss und sorgten lediglich für die Erhaltung: Die Schauräume sind bis heute nicht elektrifiziert. Wer möchte, kann hier Barock in Reinkultur erleben, sogar bei Kerzenlicht.

Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut

Vom Salz geprägt und durch die Jahrtausende geformt besticht die Kulturlandschaft des Salzkammergutes rund um Hallstatt mit einzigartiger Geschichte und wilder Naturschönheit.

Art der Stätte:Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 1997
Kriterien: (iii), (iv)
Bundesländer: Oberösterreich, Steiermark

Das Programm am Welterbetag
2024

Vorstellung des neuen Welterbemanagers und Vorträge rund um die Erforschung des Welterbes

18.April 2023, 14.30 bis 16.30

In Kürze hat die Welterbestätte Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut einen neuen Welterbemanager. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird dieser offiziell vorgestellt und stellt sich ersten Fragen. Die Präsentation aktueller Forschungs- und Vermittlungsarbeiten des Naturhistorischen Museums Wien und seiner Forschungs- und Kooperationspartner zur 7000 jährigen Salzgeschichte runden die Veranstaltung ab.

Hallstatt – Salzbergtal, Rudolfsturm (Erreichbar mit der Standseilbahn der Salzwelten oder zu Fuß)

Das Programm

  • 14:30 Uhr Begrüßung durch die Bürgermeister der Welterbegemeinden und Grußworte

  • 14:40 Uhr Vorstellung des Welterbemanagers

  • 15.00 Uhr Grußworte der Generaldirektorin des NHM Wien Dr. Katrin Vohland

  • 15:05 Uhr  Vortrag zu aktuellen Forschungsthemen 
- Grömer Karina: „Die Bedeutung des UNESCO Welterbes für das Naturhistorische Museum“

  • Reschreiter Hans und Kerstin Kowarik: „12.000 Jahre Welterbelandschaft – von der Eiszeit bis zur Tourismuslandschaft“.

  • Rudorfer Johann:
     „Kultur-, Klima- und Katastrophenschutz. Denkmalpflegerische Herausforderungen für die Archäologie in Hallstatt“

  • Tiefengraber Georg: „Das Hallstätter Gräberfeld – namengebend für eine europäische Kulturepoche, neueste Forschungen“

  • 15.45 Uhr Diskussion mit dem neuen Welterbemanager
Blick auf See im Salzkammergut
Gebirgspanorama um den Hallstättersee
Zähmung einer Landschaft im Zeichen des Salzes
In Hallstatt wird seit dreieinhalb Jahrtausenden Salz abgebaut – bis zum heutigen Tag. Die Funde aus der älteren Eisenzeit, etwa 800 bis 500 vor unserer Zeit, sind so prominent und zahlreich, dass sich die Wissenschaft als Bezeichnung dafür auf „Hallstattzeit“ geeinigt hat.

In historischer Zeit, ab dem Mittelalter, wurde der Bergbau am Salzberg wieder aufgenommen. Der Bodenschatz aus dem fürstlichen „Kammergut“ bildete für die Habsburger jahrhundertelang eine sichere Einnahmequelle.

Das Welterbe umfasst das innere Salzkammergut und das Massiv des Dachsteins. Das gesamte Gebiet ist etwa 300 Quadratkilometer groß. Die Welterbegemeinden Hallstatt, Obertraun und Gosau werden mit ihren Seen vom Dachsteinmassiv umschlossen. Das Hochgebirge weist besondere landschaftliche Schönheit und eine „an das Unbegrenzte reichende Mannigfaltigkeit“ (Friedrich Simony) auf. Es ist kein Zufall, dass hier Naturbeschreibung, Landschaftsmalerei, Geografie und Tourismus in Österreich einen ihrer Ursprünge haben.
Entdeckung einer Epoche
Schon im Mittelalter waren Bergleute bei ihrer Arbeit auf vorgeschichtliche Objekte gestoßen. Die eigentliche Zeit der großen Entdeckungen begann aber erst, als im Laufe des 19. Jahrhunderts ganze Gräberfelder freigelegt wurden. Neben menschlichen Skeletten kamen zahllose Grabbeigaben: Gefäße, Helme, Schmuck, Werkzeuge, Waffen ans Tageslicht.

Inzwischen haben Generationen von Archäolog*innen das Bild einer komplexen Lebens- und Gesellschaftsform gezeichnet. Der Hallstätter Salzberg war buchstäblich ein Wirtschaftsstandort: Neben dem Bergbau betrieben die Bergbewohner auch Viehzucht und verarbeiteten das Fleisch direkt vor Ort – hauptsächlich für den „Export“. Wie die Herstellung organisiert war und die Produkte über hunderte Kilometer vertrieben wurden, darüber kann auch die Wissenschaft nur Vermutungen anstellen.
Erfindung aus Not
In der Hallstattzeit und noch unter den Römern wurde „trocken“ abgebaut. Das Salz wurde – ursprünglich in Schächten, später in enormen Abbauhallen – rein aus dem Felsen gebrochen und ans Tageslicht befördert.

Im Mittelalter ging man dazu über, das Salz in künstlich angelegten Hohlräumen mit Unmengen von Wasser aus dem Gestein zu „laugen“. Die Sole wurde ins Tal geleitet und in Pfannen so lange erhitzt, bis nur mehr das reine Salz übrig blieb. Die Feuer gingen erst aus, als sämtliche Wälder in der Umgebung kahlgeschlagen waren. Statt das Brennmaterial herbeizuschaffen, entschloss man sich, die Sole talauswärts zu leiten und dort zu verarbeiten. Der Bau einer 40 km langen Leitung war allerdings keine Kleinigkeit und gilt – mit dem Mitteln des 17. Jahrhunderts – zu Recht als Meisterleistung.
Historische Stiege im Salzkammergut bei Ausgrabungen
Europas älteste Holzstiege (1344 v. Chr) im
Hallstätter Salzbergwerk © A. Rausch/NHM Wien
Eroberung der Landschaft
Auch in der Wissenschaft hat das Salzkammergut mit dem Dachstein hohen Stellenwert. Der enzyklopädisch gebildete Geologe, Alpinist, Höhlenforscher, Schriftsteller, Zeichner und Fotograf Friedrich Simony (1813–1896) begründete an der Universität Wien das Institut für Erdkunde. Er hat den Dachstein nicht nur erforscht, sondern ihn auch erstmals im Winter allein bestiegen.

Bevor Hallstatt zum Anziehungspunkt für Künstler, Sommerfrischler und Massentouristen wurde, mussten erst die Reize der „wilden“ Landschaft entdeckt, beschrieben, gemalt und sonst wie verbreitet werden. Je unwirtlicher die Städte wurden, desto stärker bekamen die Bewohner Sehnsucht nach unberührter Natur. Dafür waren Orte wie Hallstatt und das ganze Salzkammergut wie geschaffen.

Wachau

Wo die Donau an mächtigen Klöstern, romantischen Ruinen und mittelalterlichen Orten vorbeizieht, formen blühende Obstwiesen und Weinterrassen eine einzigartige Kulturlandschaft mit jahrhundertealter Geschichte.

Art der Stätte: Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2000
Kriterien: ii, iv
Bundesland: Niederösterreich

Das Programm am Welterbetag 2024

Heurigen-Quiz

18. April 2023, Beginn: 19:00 Uhr, Einlass ab 18:00 Uhr

In Anlehnung an die beliebte britische Tradition des Pubquiz, laden die Welterbegemeinden Wachau in Kooperation mit Wachau Kultur Melk zum ersten Heurigen-Quiz und stellen Ihr Wissen über das UNESCO-Welterbe, die Donau und natürlich auch über den Wein unterhaltsam auf die Probe. Zwischen den Fragerunden sorgen Reini und die Grapevines mit Liedern und Texten über das Trinken, den Rausch und das Ausnüchtern für den literarisch-musikalischen Genuss.

Heurigen Polz in Rührsdorf (Rührsdorf 22, 3602 Rossatz)

Geführte Radtour mit Vorträgen vor Ort zum Welterbe und der Kulturlandschaft Wachau (ICOMOS Austria)

ACHTUNG! 15. April 2023

Eine der schönsten Radrouten Europas, der Donauradweg, durchquert direkt das Welterbe Kulturlandschaft Wachau. Im Zuge des IDMS (International Day of Monuments and Sights) 2023 unter dem Motto Heritage Changes wollen wir die Welterbestätte entlang des Radweges auf klimaschonende Art – nämlich mit dem Drahtesel – erkunden. Auf unserer Tagestour werden wir dabei nicht nur die atemberaubende Landschaft genießen, sondern bei diversen Stopps auch fachspezifische Vorträge zu den Besonderheiten des Welterbes, der Kulturlandschaft selbst, sowie zu praktikablen Klimaanpassungsmaßnahmen am Beispiel des Donau-Hochwasserschutzes und der Architektur im Welterbe hören können. 


Weitere Informationen zum Programm und zur genauen Strecke finden Sie hier:

Ausstellung „Entdeckung des Wertvollen“ im Stift Dürnstein

18. April 2023

von 09:00 bis 17:00 Uhr mit kostenlosem Audioguide

Die Ausstellung führt die BesucherInnen in bisher der Öffentlichkeit nicht zugängliche Räume des barocken Juwels. Der Rundgang lädt ein, in das geistliche Konzept des Gebäudes einzutauchen und sich Gedanken über „das Gute, das Schöne, das Wahre“ zu machen.

Stift Dürnstein

Stift Melk in Österreich
Stift Melk
Malerische Verbundenheit von Landschaft und Kultur
Was diesen „Donauraum“ einzigartig macht: Natur und Geschichte verschmelzen hier zu einer harmonischen Kulturlandschaft. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich die Donau in das Urgestein der Böhmischen Masse eingeschnitten. Funde aus der Steinzeit bestätigen, dass der Naturraum schon sehr früh besiedelt war. In der Römerzeit verlief hier die Grenze des Imperiums.

Im Mittelalter verwandelte sich die Wachau zur Kulturlandschaft: An den Hängen ließen Klöster für den Weinbau Terrassen anlegen und mit Steinmauern befestigen. Entlang der Donau entstanden Siedlungen mit Höfen, Bürgerhäusern und Kirchen. In der Barockzeit konkurrierten die Stifte Melk und Göttweig – was Pracht und Größe anbelangt – sogar mit dem Kaiserhaus.

Ab etwa 1800 entdeckten Reisende schließlich die Schönheit der Wachau. Mit ihren Bildern und Beschreibungen erfanden Maler und Schriftsteller die „Donauromantik“. Auf die Künstler folgten dann die Sommerfrischler aus Wien und später Touristen aus aller Welt. Seit dem Jahr 2000 gehört die Kulturlandschaft zum Erbe der Menschheit.
Natur in Echtzeit
Als Naturlandschaft erzählt die Wachau, wie sie zu dem geworden ist, was sie ist. Man wird Zeuge einer – sich laufend ereignenden – Naturgeschichte. Die Donau hat die Landschaft geschaffen und verändert sie weiter. Und sie beherrscht den Raum so stark, dass man sie beinahe übersieht.

Die feuchten und kühleren Luftmassen aus den höher gelegenen Plateaus vermischen sich mit den wärmeren aus dem Tal. Das Mikroklima schafft – zusammen mit den Böden – die günstigen Voraussetzungen für den traditionell betriebenen Weinbau.

Neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es Auwälder und steil abfallende Hänge, die von Seitentälern („Gräben“) gegliedert werden. Hier hat sich eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt bis heute in ihrer Vielfalt erhalten.
Idyllischer Weingarten
Den Beginn machen die Grenzanlagen des Römischen Reiches. Um die Befestigungen entstehen erste zivile Siedlungen. Die Donau bekommt ihre Bedeutung als Wasserstraße, die sie bis heute behalten und noch vergrößert hat.

Eine Kulturpflanze prägt die Kulturgeschichte: Vitis vinifera (dt.: die Weinrebe), eingeführt von den Römern. Ab dem Frühmittelalter war die Wachau der Weingarten zahlreicher Klöster und Abteien im heutigen Bayern, Salzburg, Ober- und Niederösterreich. Die meisten der fünfzehn Welterbegemeinden verdanken ihren Ursprung dem Anbau und Handel mit Wein.

Als Wein- und Obstbauern gingen die Wachauer mit dem Boden sehr sorgsam um. Die Häuser drängen sich in der Mitte der Siedlungen und diese grenzen sich nach außen deutlich ab. Die Ortsbilder dominieren wiederum Klöster, Kirchen, Ruinen und Burgen. Mit der Donau als Band und vor der Landschaftskulisse entstehen so die – für die Wachau typischen – „malerischen“ Ansichten.
Aggstein an der Donau im Sonnenuntergang in Österreich
Burgruine Aggstein mit Blick auf die Donau
Schonender Umgang
Die Wachau ist Beispiel und Beweis, dass sich ästhetischer Genuss und praktische Nutzung nicht ausschließen, sondern – im Gegenteil – begünstigen und verstärken: Die traditionelle Vorstellung des „Malerischen“ entstand ja gerade dort, wo sich Natur und Kultur durchdringen.

Sehr früh hat man hier aber erkannt, dass Nutzung auch einen Preis hat: Bürgerproteste verhinderten in den 1970er Jahren den Bau eines geplanten Donaukraftwerkes – noch bevor Natur- und Umweltschutz zu allgemeinen Anliegen wurden. Heute verbindet man die komplexen Anforderungen von Schifffahrt, Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus schonend mit den Werten einer einzigartigen Kulturlandschaft.

Fertő/Neusiedler See

WORLD HERITAGE PATRIMOINE MONDIAL WELTERBE

Seit Jahrtausenden Schnittpunkt von Kulturen bildet die weitläufige Landschaft um Europas westlichster Steppensee das Herz eines grenzüberschreitenden Welterbes, in dem Menschheits- und Naturgeschichte miteinander verschmelzen.

Art der Stätte:Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2001
Kriterium: (v)
2 Staaten: Österreich und Ungarn

Das Programm am Welterbetag 2024

Frühjahrs-Radfahrt durch Welterbe und Nationalpark

ACHTUNG! 23. April 2023, 10 bis ca. 14 Uhr

Wir starten beim Nationalparkzentrum Illmitz mit einer Besichtigung des Besucherzentrums und des neuen Welterbe-Raums und machen anschließend eine gemütliche, für Familien geeignete geführte Radrunde durch den Nationalpark und die Welterbelandschaft. Unterwegs gibt es eine kleine Stärkung und wir erfahren Wissenswertes über die Region und die Landschaft. Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung ist zwingend erforderlich: office@welterbe.org.

Start und Ende: Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel Besucherzentrum, Illmitz

Hinweis: Die Veranstaltung findet nur bei (einigermaßen) trockenem Wetter statt.

Burgenland in der Kirschblüte in Österreich
Kirschblüte am Neusiedlersee © Martin Horvath Photographe www.manfredhorvath.at
Vielfalt von Natur und Kultur am Steppensee
Der Neusiedler See ist der westlichste Steppensee Eurasiens – eingebettet zwischen den östlichen Ausläufern der Alpen und dem westlichen Rand der Pannonischen Tiefebene. Mit dem Schilfgürtel und den umgebenden Uferlandschaften bildet der See eine natürliche Einheit und beeinflusst nachhaltig Klima, Fauna und Flora.

Es ist kein Zufall, dass der Neusiedler See / Fertő zu den – nicht gerade häufigen – grenzüberschreitenden Welterbestätten zählt: Bis zum Ende der habsburgischen Doppelmonarchie gehörte das Burgenland zur ungarischen Reichshälfte. Auch sprachlich, kulturell und wirtschaftlich bildet die Region bis heute eine Einheit aus Vielfalt.

Der Neusiedler See und der Seewinkel sind Naturschutzgebiet: Nicht weniger als 320 verschiedene Vogelarten sind hier heimisch. Zum Welterbe zählt der Neusiedler See / Fertő aber als eine – vom Menschen und der Natur gleichermaßen geformte – Kulturlandschaft. Hier verliefen vorgeschichtliche Handelswege (Bernsteinstraße) vor der Ankunft der Römer (Provinz Pannonia), lebten hier Kelten und Illyrer von Viehzucht und Ackerbau.
Steppensee in Mitteleuropa
Die Wasseroberfläche des Neusiedler Sees macht beinahe die Hälfte des gesamten Welterbegebietes aus. Von Nord nach Süd erstreckt er sich über eine Länge von sechsunddreißig Kilometern. Die Entfernung zwischen den Ufern beträgt an der breitesten Stelle vierzehn Kilometer und an der schmalsten drei.

Wie alle Steppenseen ist der Neusiedler See sehr seicht. Der Wasserstand hängt nicht von Zuflüssen ab, sondern von den Niederschlägen. Die dichte Schlammdecke am Boden bewirkt, dass das Wasser nicht versickert (der See ist im Lauf der Geschichte mehrfach – zuletzt zwischen 1865 bis 1871 – ausgetrocknet). Diese Besonderheiten machen den See für Umwelteinflüsse extrem empfindlich.
Enger Raum, hohe Vielfalt
Der Raum ist wirtschaftlich begünstigt: Die Böden sind fruchtbar und gut zu bearbeiten. Im Herbst sorgt der See als Wärmespeicher für überdurchschnittlich hohe Temperaturen: Die Weintrauben erreichen ein Maximum an Süße und werden zu Prädikatsweinen verarbeitet.

Die Landschaft wird – mit Wiesen, Äckern, Wein- und Obstgärten – kleinteilig und auf traditionelle Weise genutzt. Siedlungen grenzen sich darin deutlich ab, was die Vielfalt und den Reiz der Landschaft nur noch erhöh. Für das Ortsbild charakteristisch sind die Streckhöfe: Die Wohnhäuser stehen mit der Giebelseite zur Dorfstraße, die Wirtschaftsgebäude im rechten Winkel dazu. Die Nachbarhäuser begrenzen die schmalen Höfe.   Mit dem See und dem Schilfgürtel, den Hügeln und der Ebene ist der Raum Neusiedler See schon „von Natur aus“ vielfältig. Die geologischen, klimatischen und naturräumlichen Verhältnisse bedingen hohe Biodiversität.
Ort Rust am Neusiedlersee in Burgenland Österreich
Blick auf Rust am Neusiedlersee im Burgenland
Kulturraum im Gleichgewicht
Der Vielfalt in der Natur entspricht eine vielfältig geprägte Kultur. Der ungarische Landadel, allen voran die Familie Esterházy, bestimmte über Jahrhunderte die Geschichte des Raumes. Mehrsprachigkeit ist hier nach wie vor und wieder ein auffallendes Merkmal.

Die Freistadt Rust ist nicht nur wegen ihrer Bürgerhäuser und Weinhöfe architektonisch bedeutsam, sondern auch historisch: 1649 kauften sich die selbstbewussten Bürger aus der Untertänigkeit von den Habsburgern frei – mit Geld und großen Mengen ihres besten Weins.

Als Naherholungsgebiet und Feriendestination ist und bleibt der Neusiedler See hochattraktiv. Allerdings: Gerade die hohe Anziehungskraft bedroht – potenziell – die natürlichen und kulturellen Ressourcen und verlangt daher besonders sorgsamen Umgang.

Historisches Zentrum
von Wien

Ob verstecktes Bürgerhaus oder prachtvolles Palais, ob Boulevard oder versteckte Gasse – Wiens wechselvolles Stadtbild erzählt von zweitausend Jahren Geschichte als europäische Metropole.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 2021
Kriterien: (ii), (iv), (vi)
Bundesland: Wien

Das Programm am Welterbetag 2024

Restauratorische Führung durch die Votivkirche (dieAngewandte)

18. April 2023 16:00 Uhr

Am 18. April gibt das Institut für Konservierung und Restaurierung Einblicke in das 2021 neu eröffnete Museum in der Votivkirche und zu laufenden Restaurierprojekten im Kirchenraum. Die Tour beginnt im Museum beim spätgotischen Antwerpener Passionsaltar und führt weiter zur Kanzel und zum sogenannten Josefsaltar, wo Studierende und Absolventinnen ihre Arbeit vorstellen.

Votivkirche Wien, Treffpunkt vor dem Altar

Führung durch den Belvederegarten „300 Jahre Belvedere“ (Österreichische Bundesgärten)

18. April 2023
17:00 bis 19:00 Uhr

1697 legte Prinz Eugen von Savoyen den Grundstein für eine der bedeutendsten Barockanlagen nach französischem Vorbild in Wien. Aufgrund der geologischen Situation wurde der Garten, der durch die beiden Schlösser, das Obere und das Untere Belvedere, eingespannt ist, in drei unterschiedlich ausgestalteten Terrassen angelegt. Diese Gartenbereiche beinhalten alle wesentlichen Elemente eines Barockgartens.

Der Belvederegarten ist ein Juwel barocker Gartenkunst und gehört seit 2001 zur UNESCO-Welterbestätte „Historisches Stadtzentrum von Wien“. Anlässlich der Fertigstellung 1723 finden am Areal Belvedere zahlreiche kulturelle und künstlerische Aktivitäten im Rahmen des Jubiläumsjahres statt. Die Führung findet anlässlich des Jubiläums am „Österreichischen Welterbetag“ statt.

Kosten: € 12,– pro Person
Treffpunkt: Belvederegarten,1030 Wien, Eingang Rennweg 6a

Welterbe-Führung in den Gartenjuwelen Volks- und Burggarten (Österreichische Bundesgärten)

18. April 2023
15:00 bis 17:00 Uhr

Die Führung durch die beiden Hofburggärten findet anlässlich des „Österreichischen Welterbetages“ am 18. April statt und widmet sich dem Volksgarten und dem Burggarten. Die beiden sehr unterschiedlich gestalteten Gärten gehören seit 2001 zum Teil des UNESCO-Welterbes „Historisches Stadtzentrum von Wien“.

Kosten: € 12,– pro Person
Treffpunkt: Volksgarten,1010 Wien, Eingang Burgtheater/Josef-Meinrad-Platz

Denkmal AFTERWORK
Besichtigung der Räumlichkeiten des Bundesdenkmalamtes

18.April, ab 17:00 Uhr

Dr. Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes, führt durch die historischen Räume im Schweizertrakt. In dieser Führung können die Wohnräume von Kronprinz Rudolf und Kaiser Franz II./I. im Schweizertrakt, dem ältesten Teil der Hofburg, besichtigt werden. Fast 650 Jahre lang war die Hofburg Residenz der Habsburger. Heute ist das Areal Wohnsitz, Arbeitsplatz, Kulturzentrum, urbaner Erholungsraum und imposantes Denkmal als Teil des Welterbes „Historisches Zentrum von Wien“.


Der Ahnensaal wurde 1873 bis 1876 als Speisezimmer für den 15-jährigen Kronprinz Rudolf ausgestaltet und mit Porträts bedeutender Habsburger versehen, um die historische Rolle der Dynastie als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs zu betonen.


Das ehemalige Schlafzimmer und Sterbezimmer des Biedermeier-Kaisers Franz II./I. kann ebenso besichtigt werden wie die von seiner Witwe beauftragte kleine Kapelle, die als Erinnerungs- und Gedenkort an den „Guten Kaiser Franz“ gelten kann.
Im Anschluss bittet das Bundesdenkmalamt zu einer kleinen Diskussion mit Erfrischungen in die Räume des Präsidiums im Bundesdenkmalamt.

Treffpunkt: 17.00 Uhr, Hofburg, Schweizerhof, Eingang Säulenstiege, 1010 Wien

Wir bitten um Anmeldung bis 11. April 2023 an redaktion@bda.gv.at.

Wien Innenstadt Blick von Oben
Blick auf die historische Stadtlandschaft Wiens
Monumente einer europäischen Hauptstadt
Auf weniger als vier Quadratkilometern drängen sich gotische Kirchen und Klöster, barocke Adelspaläste, moderne Geschäfts- und Bürohäuser, Straßen, Gassen und Gärten – ein einzigartiges Gesamtkunstwerk und „Schauplatz“ von Kunst, Kultur und großer Politik.

Am Stadtbild lassen sich die mächtigen historischen Entwicklungsschübe ablesen. Sie führen vom römischen Legionslager Vindobona und der mittelalterlichen Handelsstadt über die barocke Residenz der Habsburger zu einer der prächtigsten Städte des 19. Jahrhunderts.

In der Metropole Wien ballte und bündelte sich politische und wirtschaftliche Macht. Hier entfaltete sich ein reiches künstlerisches und geistiges Leben. Nirgends ist die kulturelle Anziehung und Ausstrahlung Wiens so deutlich zu bemerken wie in der Musik. Das historische Zentrum Wiens wurde im Jahr 2001 in die Liste der Welterbestätten aufgenommen. Ausschlaggebend waren Geschichte, Städtebau und Architektur, die zahlreichen Denkmäler der Kunst- und Kulturgeschichte und die überragende Bedeutung der Musik in Geschichte und Gegenwart.
Räume und Linien
In Wien treffen Großlandschaften Europas aufeinander: die Alpen, die pannonische Tiefebene und der Donauraum – zum Nutzen für Handel und Verkehr. Dazu kommt: Der Wiener Raum ist reich an Wasser, fruchtbaren Böden und Baumaterial wie Ton, Kalk, Sand und Holz.

Am Stadtplan Wiens zeichnen sich bis heute die großen historischen Linien ab: Der „Graben“ markiert die Südseite des römischen Heerlagers Vindobona. Die eng verwinkelten Gassen um den Stephansdom gehen auf die mittelalterliche Handelsstadt zurück. Die Linien kreuzen und überschneiden sich, ohne sich zu verwischen.

Im Mittelalter beginnt auch der Aufschwung. Die Babenberger machen die Stadt zu ihrer Residenz, sie stiften Klöster und errichten eine Stadtmauer. 1365 gründet der Habsburger Rudolf IV. die Universität Wien, heute die größte im deutschsprachigen Raum.
Macht und Pracht
In der Barockzeit verwandelt sich die Stadt in eine Haupt-Stadt – mit Adelspalästen, Kirchen und Klöstern. Visionäre Planungen beziehen selbst Bauten ein, die – wie die Karlskirche oder das Schloss Belvedere – damals weit außerhalb des Zentrums liegen. Architektur, Kunst, Musik und Theater erleben eine ungeahnte Blüte. Die „Gründerzeit“ zwischen 1870 bis 1914 bringt eine weitere – die bisher größte – Metamorphose: Die Donau wird reguliert, die Vorstädte eingemeindet und die alten Stadtmauern abgerissen. An deren Stelle entsteht ein Prachtboulevard mit Gärten, Monumentalbauten und großbürgerlichen Palais: die Ringstraße – ein einziges, riesiges Monument im Geschmack seiner Zeit. Um 1900 ist Wien fünftgrößte Stadt der Welt und – ein „Inkubationsort“ der Moderne.
Schloss Belvedere und Park
Das barocke Schloss Belvedere
Dichtes Programm
„Meine Sprache versteht man durch die ganze Welt“, so Joseph Haydn zu Wolfgang Amadeus Mozart. Mozart selbst war – wie Beethoven – zum Studium der Musik nach Wien gekommen.

Wien und Musik – das ist mehr als ein Mythos: Die Habsburger waren bekannt für ihre Liebe zur Musik. Als Förderer und Auftraggeber wetteiferten Hof und Adel um Virtuosen und Komponisten. Ab dem Biedermeier durchdrang die Musik das Wiener Bürgertum – von der Hausmusik bis zum Wiener Musikverein. Größen wie Schubert, Brahms, Mahler und Schönberg konnten in diesem Milieu ihr Genie entfalten. Die „Wiener Klassik“ wurde zum Inbegriff der Kunstmusik.   Heute sind zeitgenössische und experimentelle Musik in Wien genauso zu Hause wie Jazz und Alte Musik. Das Angebot an Konzerten und Aufführungen aller Genres ist eines der hochwertigsten und dichtesten der Welt.

Semmeringeisenbahn

Als Meisterwerk der Technik vergangener Tage, zieht sie nach wie vor Passagiere und Gäste in ihren Bann, während sie sich ihren Weg durch die alpine Landschaft bahnt.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 1998
Kriterien: (ii), (iv)
Bundesländer: Niederösterreich, Steiermark

Das Programm am Welterbetag 2024

HOP ON HOP OFF im Weltkulturerbe Semmeringeisenbahn

ACHTUNG! 6. Mai 2023
Zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag

Geführte Rundfahrt mit Reisebussen entlang der Semmeringbahn. Fahren Sie mit uns zu den schönsten Plätzen, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. 
Parken beim P+R Parkplatz Bahnof Mürzzuschlag
Zu- und Aussteigen ist bei jeder Haltestelle möglich. 
Um die Anzahl der Personen in den Bussen koordinieren zu können, bitten wir um Anmeldung bis 2. Mai 2023.


PREIS € 10,- pro Person, Kinder bis 14 Jahre sind gratis; Ticketkauf im Bus.

Anmeldung:


Südbahnmuseum Mürzzuschlag

T +43 (0) 3852/ 2556-641


oder

Tourismusbüro Semmering,
T +43 (0) 2664 20025


Semmering Blick auf Semmeringbahn und Gebirge in Österreich
20 Schilling Blick © Michael Liebert
Überwindung der Alpen mit Eisen und Dampf

Von den Zeitgenossen wurde der Bau der Semmeringbahn als ein gewaltiger Triumph über die Natur gefeiert, eine Leistung von übermenschlicher Dimension, vergleichbar höchstens mit den Taten antiker Helden.

Die Planung und Ausführung des Vorhabens dürfen auch nach heutigen Maßstäben als Meisterleistung gelten: In weniger als fünf Jahren Bauzeit war es gelungen, dem Güterverkehr in schwierigstem Gelände buchstäblich einen Weg durch die Natur zu bahnen. In die Lösung aller technischen Probleme war von Anfang an auch die Gestaltung der Landschaft einbezogen. Wie sich hier Technik und Ästhetik – das Nützliche und das Schöne – begegnen, machte die Semmeringbahn zum Vorbild für Projekte in der ganzen Welt.

Die Bahn machte den Semmering schließlich auch zu einem kulturellen Arkadien – mondän oder eher rustikal, fern vom Alltag, aber aus Wien mit der Bahn bequem erreichbar. Hier wurde geschrieben, komponiert, musiziert und gespielt oder einfach nur gelebt und geliebt: Fin-de-siècle in der Natur.

Wien – Triest

Triest war der bedeutendste Handelshafen Österreichs und einer der wichtigsten im ganzen Mittelmeerraum. Eine Verbindung Wien–Triest hatte beim Aufbau des Eisenbahnnetzes höchste Priorität.

In den 1840er Jahren war die Strecke bis Laibach (Ljubljana) durchgehend ausgebaut – bis auf das kurze Stück über den Semmering: Hier mussten die Güter auf beiden Seiten umgeladen und weiterhin mit Fuhrwerken transportiert werden. Eine Lösung schien – wenn überhaupt möglich – sehr weit entfernt.

Carl von Ghega (Venedig 1802, Wien 1860), seit 1842 Gesamtplanungsleiter der südlichen Staatseisenbahn, präsentierte 1844 nach einer fünfmonatigen Studienreise in Amerika einen sensationellen Vorschlag. Die Öffentlichkeit und die Fachwelt reagierten zuerst skeptisch, danach begeistert.

Einmal Alpen und zurück

Die Orte Gloggnitz und Mürzzuschlag sind nur 21 Kilometer voneinander entfernt. Aber: Dazwischen liegen Berge und Täler und bis zum Semmeringpass beträgt der Höhenunterschied insgesamt etwa 450 Meter.

Das Projekt hatte viel von einem riskanten Realexperiment: Es gab keine Vorbilder; die Vermessung verlangte neue Instrumente und Techniken; eine Lokomotive, die das starke Gefälle überwinden und die engen Kurvenradien bewältigen würde, war noch gar nicht gebaut.

Der Bau war eine extreme Herausforderung: technisch, logistisch, wirtschaftlich. Es ging um nicht weniger als die Überquerung der Alpen. Ghega löste die Aufgabe mit einer Streckenlänge von 41 Kilometern – entlang steiler Berghänge mit 14 Tunneln, 16 Viadukten und über 100 Brücken und Durchlässen.

Panorama eines Eisenbahnabschnittes der Semmeringbahn, Semmering in Österreich
Eisenbahn-Viadukt - Semmering Bahn "Kalte Rinne"
Natur als Kulisse

Die Semmeringbahn galt von Beginn an als eine Art Kunstwerk. Ganz bewusst hatte ihr Erbauer die Viadukte im Stil römischer Aquädukte mauern lassen. 1854 publizierte er höchstpersönlich einen Malerischen Atlas der Eisenbahn über den Semmering.

Den Reisenden verschaffte die Bahn eine völlig neue Erfahrung von Landschaft – die Fahrt wurde zum ästhetischen Erlebnis. Beim Blick aus dem Zugfenster entrollt sich ein Panorama wie auf einer Bühne. Dass es immer wieder von schwarzen Tunnels unterbrochen wird, schmälert den Genuss keineswegs, ganz im Gegenteil.

Ursprünglich sollte die Semmeringbahn nur dem Gütertransport dienen. Dass dem Wiener Bürgertum damit ein „Kulturraum“ samt Villen und Grandhotels erschlossen wurde, erwies sich schnell als ein höchst willkommener Nebeneffekt.

Prähistorische Pfahlbauten
um die Alpen

Vor allzu neugierigen Blicken unter Wasser verborgen, schlummern einzigartige archäologische Zeugen von unschätzbarem Wert und erzählen eine Geschichte aus der Frühzeit der Menschheit.

Art der Stätte: Kulturerbe
Einschreibung: 2011
Kriterien: (iv), (v)
5 Staaten (insgesamt 111 archäologische Fundstätten)
Bundesländer: Oberösterreich und Kärnten (5 Fundstätten)

Das Programm am Welterbetag 2024

Auch zum 3. Österreichischen Welterbetag wollen wir das „unsichtbare Welterbe“ der Prähistorischen Pfahlbauten sichtbar und erlebbar machen. Sowohl am 18. April als auch am Wochenende davor und danach haben sich das Welterbemanagement Kuratorium Pfahlbauten, sowie die Partnerorganisationen in der Region wieder ein vielfältiges Programm überlegt um das Leben der jungsteinzeitlichen Siedler:innen an den Seen von Oberösterreich und Kärnten zu vermitteln.

UNESCO-Welterbe Pfahlbauten und mehr – Leben vor 6000 Jahren am Keutschacher See

ACHTUNG! 15. April 2023, 14:00 bis 16:00 Uhr

Anlässlich des Welterbetages können Besucher:innen in Keutschach auch dieses Jahr alles über das Leben am See vor 6000 Jahren erfahren. Lieselore Meyer, Site Managerin der Prähistorischen Pfahlbauten in Kärnten, Peter Zwettler vom Verein „Pfahlbauten Seental Keutschach – Freude des Welterbes“ laden zu einem kulturhistorischen Spaziergang zum Ufer des Keutschacher Sees und ins Keutschacher Ramsar-Moor ein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensbedingungen der Menschen, ihr Ernährung und Wirtschaftsweise. Zu dieser Sammelwirtschaft weiß auch Kräuterspezialistin Maria Eberhard viel zu berichten, die den Spaziergang mit ihrem Wissen zu einer ungewöhnlichen Kräuterwanderung macht. 

Erfahren Sie Spannendes zur ca. 6000 Jahre alten Pfahlbausiedlung im Keutschacher See und ihren Bewohner:innen, zum einzigen Welterbe Kärntens und über das Keutschacher Vier-Seental.

Treffpunkt: Strandbad Keutschach (Gerti´s Strandbad) beim Eingang


Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich!

Pfahlbauten hautnah – Tauchexkursion im Mondsee

ACHTUNG! 16. April 2023


Nach dem Erfolg der letztjährigen Tauchexkursion, wollen wir auch dieses Jahr anlässlich des Welterbetages wieder einer kleinen Gruppe von Sporttaucher:innen die Möglichkeit geben, die prähistorischen Pfahlbauten hautnah zu erleben. Um die empfindlichen jungsteinzeitlichen Siedlungsreste bestmöglich zu schützen, besteht an allen Pfahlbaufundstätten ein Tauchverbot, auch die Forschungen und Zustandskontrollen daran sind nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Um das Verständnis für die Bedeutung und den Schutz dieser Stätten zu fördern, möchte das Kuratorium Pfahlbauten als Welterbemanagement des österreichischen Teiles des UNESCO Welterbes Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen trotzdem die Möglichkeit bieten, die versunkenen Dorfruine im Mondsee selbst zu erleben.

Von Site Manager Henrik Pohl erfahren die Teilnehmer:innen am öffentlichen Informationsstand alles über die Welterbestätte See am Mondsee und begeben sich dann unter Wasser für eine den Erkundungstauchgang mit dem Unterwasserarchäologen.
Die ersten zwölf Teilnehmer:innen, die sich unter tauchen@pfahlbauten.at anmelden (Vorname, Nachname, Geburtsdatum), bekommen einen Platz für diese Exkursion.

Teilnahmevoraussetzung sind mindestens 40 Tauchgänge, sehr gute Tarierfähigkeit im Flachwasser und eine gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung.

See am Mondsee

4866 Unterach am Attersee

Pfahlbauten in Österreich
Unter Wasser haben sind noch manchmal Reste der
urgeschichtlichen Dörfer sichtbar
Versunkene Zeugen der menschlichen Siedlungsgeschichte
Die versunkenen Seeufersiedlungen sind wissenschaftlich und kulturhistorisch von unschätzbarem Wert, aber den Blicken „normaler“ Besucher*innen weitgehend entzogen. Was sind Pfahlbauten eigentlich?

Pfahlbauten sind Siedlungen über dem Wasser, in Ufernähe oder auf sumpfigem Gelände. Wegen der Nähe zum Wasser standen die Häuser oft abgehoben auf Stelzen oder Holzbalken. Inzwischen zählt man über 1000 Fundstellen, die meisten davon in der Schweiz, gefolgt von Deutschland und Italien.

Nach dem Abschmelzen der Gletscher wanderten die ersten Menschen in das Alpenvorland ein. Um 5000 v. Chr. begannen sie, auch die Seeufer zu besiedeln. Dafür gab es gute Gründe: fruchtbare Böden, zusätzliche Nahrung, Schutz vor Angriffen und – über das Wasser waren selbst entfernte Gegenden gut zu erreichen.

111 Orte in Italien, Frankreich, Österreich, Deutschland, Slowenien und der Schweiz bilden seit dem Jahr 2011 das Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. In Europa sind so viele Reste davon erhalten geblieben, dass sich weitreichende Erkenntnisse über die Lebensweise der ursprünglichen Bewohner gewinnen lassen.
Unsichtbare Fülle
Pfahlbauten bieten unvergleichliche Einblicke in eines der wichtigsten Kapitel der Menschheitsgeschichte. Vor allem organische Materialien, die anderswo unwiederbringlich verloren sind, haben sich hier – im Wasser „eingelegt“ oder luftdicht im Moor „verpackt“ – erhalten. Vielfach lagern an ein und demselben Ort die Reste mehrerer Siedlungen übereinander, sodass sich ganze „Kulturschichten“ unterscheiden und untersuchen lassen.

Über eine Fülle von Funden – Baumaterial, Nahrungsmittel (roh und verdaut!), Gegenstände des täglichen Gebrauches aus Holz, Bast, Rinde, Pflanzenfasern, Stroh, Tierhäuten oder Haaren – kann die Forschung das alltägliche Leben, die Wirtschaftsweise oder Kontakte zu anderen Kulturen rekonstruieren. Die Analyse von Ablagerungen und pflanzlichen Stoffen erlaubt inzwischen sogar Rückschlüsse auf die klimatischen Bedingungen.
Ballungsräume
Die Zahl der Seeufersiedlungen in Österreich lässt sich nicht einmal schätzen. Einige sind vermutlich noch unentdeckt, andere für immer verschwunden. Als wissenschaftlich gesichert gelten derzeit 27 Fundstellen. Die meisten davon gehören zu der Mondseekultur des 4. Jahrtausends v. Chr. Die jüngsten waren beinahe bis in historische Zeiten – etwa 500 v. Chr. – bewohnt. Am dichtesten besiedelt war wohl das Westufer des Attersees.

Ein weiteres interessantes Detail: Die Pfahlbauten im Kärntner Keutschacher See liegen nicht am Ufer, sondern an seichten Stellen in der Seemitte. Sie wurden von Ferdinand von Hochstetter, dem ersten Leiter des Naturhistorischen Museums Wien, im Jahr 1864 entdeckt. In der Schausammlung des Museums sind daher auch wichtige Funde zu sehen.
Unterwasser Taucher überprüft das Welterbe Pfahlbauten in Österreich
Forschungstaucher*innen kontrollieren regelmäßig
den Zustand des UNESCO-Welterbes
Laboratorien unter Wasser
Die Pioniere der Forschung gingen davon aus, dass sich die Pfahlbauten auf dem Wasser befunden hatten: Das romantische Bild von wehrhaften und unabhängigen Dörfern auf Stelzen war einfach zu verlockend. Später setzte sich die Meinung durch, dass die Siedlungen ursprünglich am Ufer gebaut und später überflutet worden waren. Inzwischen gilt beides als möglich und wahrscheinlich.

Heute sind die Fundstätten zu wissenschaftlichen Laboratorien geworden. Unterschiedliche Disziplinen wie Archäologie, Biologie, Ökologie, Klimatologie, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte kooperieren in länderübergreifenden Projekten. Dabei kommen die Ideen des Welterbes und die Ziele der UNESCO, nämlich die Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur, besonders stark zur Geltung.

Great Spa Towns of Europe

Um die heilende Kraft des Wassers entfalteten sich in ganz Europa blühende Städte – und boten neben Genesung und Erholung auch Unterhaltung und gesellschaftliche Annehmlichkeiten.

 

Art der Stätte: Kulturerbe (Kulturlandschaft)
Einschreibung: 2021
Kriterien: (ii), (iii)
Bundesländer: Niederösterreich, 11 Kurorte in 7 Europäischen Ländern

Das Programm zum Welterbetag 2024

Café Europa “Music in Spa Towns” Stadtspaziergang mit musikalisch untermalten Vorträgen in englischer Sprache

ACHTUNG! Dienstag, 9. Mai 2023, 15:00 bis 18:00 Uhr

Der wohl legendärste Kurgast, Ludwig van Beethoven (1770-1827), komponierte in der Great Spa Town of Europe Baden bei Wien seine Neunte, und Walzerkönig Johann Strauß (1825-1899) spielte und dirigierte im Dreivierteltakt. Erleben sie im diesjährigen Café Europa spannende Vorträge mit Wow-Effekt über die Bedeutung der Musik in Thermalkurorten. Das Café Europa ist ein Publikumsevent der EHTTA / European Historic Thermal Towns Association.

Anmeldung nicht erforderlich, Eintritt frei.
Bei Regenwetter bitte den Regenschirm nicht vergessen!

Treffpunkt vor dem Musikpavillon in Kurpark, 2500 Baden bei Wien

Bademantel Flashmob
Musikalisch untermalter Showevent mit kulinarischen Kostproben

ACHTUNG! Mittwoch, 10. Mai 2023, 16:30 bis 19:00 Uhr

Lassen sie sich überraschen (Showevent der EHTTA / European Thermal Town Association) und entdecken sie mit uns, wie gut das Welterbe schmeckt.
Die Schüler:innen der HLA Baden präsentieren ihr neues Projekt („So klingt und schmeckt mein Welterbe“), das sie im Zuge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Great Spa Towns of Europe mit Dr. Alexandra Farnleitner-Ötsch (HLA Baden) und Nicole Seiler (Kochwerkstatt Flotte Lotte) entwickelt haben. Bürgermeister Stefan Szirucsek wir begrüßen.
Anmeldung nicht erforderlich, einfach kommen und kleine Kostproben genießen.
Bei Regenwetter bitte den Regenschirm nicht vergessen!

Am Hauptplatz vor dem Rathaus, 2500 Baden bei Wien

Villa Hahn, entworfen von Otto Wagner © Fürnkranz
Hauptstädte der Erholung und des Vergnügens
Elf Orte in sieben Ländern bilden zusammen das Welterbe „Great Spa Towns of Europe“. Sie haben eines gemeinsam: eine lange Tradition als Heilbäder und eine Blütezeit zwischen dem späten 18. und dem frühen 20. Jahrhundert. Wenn das in Österreich auf einen Ort zutrifft, dann auf Baden bei Wien.

An all diesen Orten entwickelte sich ein besonderer Stadttyp, als Antwort auf zwei Fragen: Wie nutzt man die Heilkraft des Wassers? Und wie lässt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden?

Das Ergebnis waren die klassischen Kurorte – fern der Großstädte, umgeben von landschaftlichen Reizen, Zeit für Erholung, Muße und Vergnügen und auch noch Raum für diplomatische und geschäftliche Interessen. Als sich zum Adel das wirtschaftlich mächtige Bürgertum gesellt, verwandeln sich die Heilbäder regelrecht in die Sommerhauptstädte Europas. Badehäuser, Trinkhallen und Parks, Theater, Stadtpalais und Villen, Hotels, Cafés und Theater prägen das äußere Erscheinungsbild. Im Inneren dominieren medizinische Disziplin, persönlicher Komfort und ein gepflegter Lebensstil. Gesellschaftlich und politisch werden die beiden Weltkriege einen tiefgreifenden Wandel bringen – der Kurbetrieb geht weiter.
Baden – Kurort einer Metropole

Was Karlsbad für Tschechien ist oder Vichy für Frankreich, ist Baden für Österreich. Hier wird schon seit der Antike gebadet. Die Römer nannten den Ort einfach und vielsagend aquae („Wässer“). Die Habsburger nutzten die Kraft des schwefelhaltigen Thermalwassers über Jahrhunderte. Den wahren Aufschwung erlebte Baden, als es Franz, letzter römisch-deutscher und erster Kaiser von Österreich, zu seinem Sommerdomizil machte.

 

An den sanften Hängen des Wienerwaldes gelegen und nur fünfundzwanzig Kilometer vom Lärm und der Hitze der Großstadt entfernt – Baden eignete sich dafür ideal. Hier war man nicht aus der Welt und konnte den Alltag dennoch weit hinter sich lassen. Jeden Sommer wurde Baden so etwas wie ein besonderer und exklusiver Stadtteil von Wien, aber eben außerhalb.

Heil- und Kraftquellen
Das Badener Thermalwasser galt traditionell als besonders wirkungsvoll – eine Art Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten und Leiden.

Das Lebenselement tritt an vierzehn Stellen an die Erdoberfläche, mit einer Temperatur zwischen 22° und 36°. Ursprünglich befanden sich die Badeanlagen noch direkt über den Quellen. Erst im Lauf des 19. Jahrhunderts entstand dann ein Netz von Rohrleitungen, über das Bäder, Hotels und Sanatorien versorgt wurden.

Das Frauenbad, das Josephsbad und das Hotel Sauerhof zählen zu den eindrucksvollsten Anlagen aus der Zeit um 1800. Das Engelsbad und das Hotel Badener Hof beweisen wiederum, dass die Nutzung nicht nur der upper class vorbehalten war: Sie waren speziell für Bedürftige eingerichtet worden.
Undinebrunnen im historischen Kurpark © Fürnkranz
Nebenwirkungen

Heilung war nie der einzige, oft nicht einmal der wesentliche Zweck. Spaziergänge im Park, der Genuss der Landschaft und entspannte Geselligkeit waren ohnehin Teil der Kur. Dazu kam: Wie in allen bedeutenden europäischen Bädern verband sich auch in Baden Gesundheit zwanglos mit Diplomatie, Geschäft und – Unterhaltung: Erholung wahrscheinlich, Vergnügen garantiert.

 

Die Sommergäste lebten in Palais, Villen und Hotels – nobel, aber nicht mondän, ohne die Nachteile der Großstadt, aber mit allen Vorzügen eines Kurortes: erholsame Bäder, gute Luft und ein angeregtes gesellschaftliches Leben mit viel Musik, Tanz, und Spiel. Das im Jugendstil erbaute Stadttheater und die Sommerarena im Kurpark belegen das – nicht zufällig für seine Freizügigkeit bekannte – Theaterleben in Baden.

Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes (Westlicher Abschnitt)